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Zertifikate helfen der Region

Erste Stadt in Yamaguchi sichert LGBTQ-Paaren Rechte zu

CS: In Japan gibt es zwar weiterhin nicht die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Allerdings versuchen viele Städte selbstständig Partnerschaftszertifikate einzuführen. Mit Ube gewährt nun auch die erste Stadt in der Präfektur Yamaguchi LGBTQ-Paaren gleiche Rechte und das bringt auch für viele andere Veränderungen mit.

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Ube hatte im März noch für Aufsehen gesorgt, da sie die Einführung der Partnerschaftszertifikate wegen negativer Reaktionen aus der Bevölkerung verschoben hatte. Im September war es nun doch so weit und die Zertifikate wurden feierlich gestartet.

LGBTQ-Paare helfen auch Unternehmen

Mit der Verordnung werden in der Stadt LGBTQ-Paare mit offiziellen Zertifikaten wie verheiratete Paare behandelt, was ihnen eine Menge Vorteile ermöglicht, die ihnen bisher verwehrt blieben. Der Schritt der Regierung bringt aber noch andere Veränderungen mit sich.

Lokale Unternehmen fangen jetzt an, ihre Unternehmensregeln und Wohlfahrtsprogramme zu überprüfen, um sie offener zu gestalten. Aufgrund der landesweiten Gesetzeslage, sind Unternehmen allgemein nicht dazu verpflichtet, die Zertifikate zu akzeptieren.

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Allerdings wandern aus der Präfektur immer mehr Arbeitskräfte ab, die lieber in Großstädten arbeiten wollen, in denen es auch großzügige Sozialsysteme für Arbeitnehmer gibt. Damit Unternehmen in ländlichen Städten attraktiv bleiben, müssen sie auf mehr Vielfalt setzen, auch in Bezug auf sexuelle Minderheiten.

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Das Umdenken wird aber auch von der Präfektur gefördert. Die Yamaguchi Bar Association veranstaltete im Oktober ein Webinar für Unternehmensleiter und Personalmitarbeiter von kleineren und mittleren Unternehmen. Sie diskutierten, wie man mit Mitarbeitern und Kunden, die sexuelle Minderheiten sind, richtig umgeht.

Mehr Vielfalt, mehr junge Mitarbeiter

Unter anderem erklärte der Leiter der gemeinnützigen Organisation Colourful Change Lab aus Fukuoka, Nobuhisa Miura, wie sich sexuelle Minderheiten am Arbeitsplatz aufgrund von stereotypischen und diskriminierenden Kommentaren unwohl fühlen und kündigen. Es sollte deswegen daran gedacht werden, dass Mitarbeiter LGBTQ sein können, auch wenn niemand geoutet ist.

Miura betont, dass der Blick auf mehr Vielfalt Unternehmen besonders bei jüngeren Menschen interessanter macht. Die meisten schrecken nämlich verstaubte traditionelle Einstellungen ab. Auch Tomoe Suzuki, eine Anwältin von Rainbow Yamaguchi, warnt davor, dass die Präfektur viele junge Talente verlieren wird, wenn die Unternehmen ihre Systeme nicht anpassen.

Allgemein gibt es in Yamaguchi noch viel zu tun. Bei den Jobs geben zurzeit nur drei Unternehmen an, die LGBTQ-Rechte zu unterstützen und keins davon ist eine lokale Firma. Im Vergleich dazu gibt es in Tokyo fast 300 Angebote.

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