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Erstmals seit Fukushima: Tepco erhält Reaktorgenehmigung

Zum ersten Mal seit der verheerenden Dreifachkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011 erhält der TEPCO Energiekonzern aus Japan die Genehmigung, wieder Atomreaktoren in Betrieb zu nehmen.

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Der japanische Energiekonzern TEPCO (Tokyo Electric Power) hat die Sicherheitschecks zur Wiederinbetriebnahme von zwei Reaktoren im Atomkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa in Niigata bestanden. Seit der Einführung verschärfter Sicherheitsvorkehrungen nach der Nuklearkatastrophe von 2011 wäre es das erste Mal, dass zwei Atomreaktoren von TEPCO als sicher erklärt werden.

Der Energiekonzern hofft darauf, in dem Kraftwerk Strom erzeugen zu können, um den Import fossiler Brennstoffe zu verringern. Da die Kosten für Entschädigungen und Dekontaminierung des Gebiets rund um die havarierte Anlage deutlich höher ausfielen, als zunächst gedacht, muss TEPCO dringend Geld erwirtschaften.

Trotz der Genehmigung könnte es noch Jahre dauern, bis die Reaktoren wieder hochfahren dürfen. Das liegt zum einen am Widerstand der Bevölkerung und zum anderen an der Kommunalverwaltung der betroffenen Gebiete, die den Plänen vorerst zustimmen muss.

Widerstand der Bevölkerung

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Der Gouverneur der Präfektur Niigata, wo das Atomkraftwerk angesiedelt ist, teilte bereits mit, dass ein Neustart erst denkbar wäre, wenn das Unternehmen seine Untersuchungen zur Katastrophe von 2011 abgeschlossen habe. Auch der Widerstand der Bevölkerung ist groß. Offiziellen Umfragen zufolge ist eine Mehrheit der Japaner für den Ausstieg aus der Atomenergie. Hinzu kommt das Misstrauen der Bürger gegenüber dem Unternehmen, das wegen seines verfehlten Krisenmanagements und zahlreicher Skandale jahrelang im Kreuzfeuer der Kritik stand. Am Mittwoch versammelten sich bereits Anti-Atomkraft-Aktivisten vor der Atomregulierungsbehörde, um gegen das Vorhaben zu protestieren.

Bislang haben insgesamt 12 Reaktoren anderer Unternehmen die Sicherheitsprüfungen überstanden. Derzeit sind in Japan fünf Atomreaktoren am Netz.

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