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NTT Group ist ebenfalls verwickelt

Ethik-Skandal in Japans Kommunikationsministerium weitet sich aus

Zurzeit vergeht keine Woche, in der es in der japanischen Politik nicht um einen Skandal geht. Zuletzt sorgte das Kommunikationsministerium mit einem Ethik-Skandal für Aufsehen, in den der Sohn des Premierministers verwickelt ist. Nun wurde bekannt, dass noch mehr Leute involviert sind.

Am Donnerstag gab der Vizeminister für politische Koordinierung des Ministeriums zu, dass er zu teuren Abendessen eingeladen wurde. Allerdings handelt es sich nicht um die Firma, für die der Sohn des Premierministers arbeitete.

Überraschend gab Yasuhiko Taniwaki an, dass das Essen von Führungskräften des japanischen Telekommunikationsgiganten NTT Group gesponsort wurde. Das Unternehmen war bisher nicht Teil des Skandals.

Beamter nahm bereits Abendessen von anderem Unternehmen an

Taniwaki erklärte, dass NTT für die Essen einen Beteiligungsbetrag wollte, den er auch gezahlt habe. Dass die Treffen allgemein gegen den Ethikkodes verstießen, wusste er angeblich nicht. Aus dem Grund habe er sie auch nicht in den letzten Tagen gemeldet und er entschuldigte sich für sein Fehlverhalten.

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Zu den Treffen gab er nur noch an, dass er sich mit den Mitarbeitern zu ihren Meinungen zur Telekommunikation im Allgemeinen austauschte. Da Taniwaki eine Schlüsselrolle bei dem Regierungsziel zur Reduzierung der Gebühren von Mobiltelefonen hat, stellen die Treffen ein Problem dar.

Taniwaki selbst ist bereits Teil des Skandals, da er zusammen mit elf weiteren Beamten teure Abendessen und Geschenke von Tohokushinsha Film Corp. annahm, für die der Sohn des Premierministers gearbeitet hatte.

NTT Group gibt Verwicklung im Skandal zu

Für das Vergehen wurden Taniwaki und seine Kollegen gerügte. Die Kabinettssekretärin für Öffentlichkeitsarbeit, Makiko Yamada, die als Angestellte des Ministerium 2019 ein Abendessen annahm, war gezwungen, als Reaktion zurückzutreten.

NTT bestätigte, dass ihr Präsident Jun Sawada an den Abendessen beteiligt war. Zwischen 2018 und 2019 soll er mehrere Beamte eingeladen haben, wobei auch Yamada dabei war.

Ministerium soll eine Erklärung liefern

Bekannt wurde der Fall nur durch einen Bericht des Wochenmagazins Shukan Bushun. Sie berichteten online, dass Taniwaki insgesamt zu drei Abendessen eingeladen wurde, die zusammen mehr als 1.315 Euro gekostet haben. Das Magazin hatte bereits die ersten Fälle in dem Skandal aufgedeckt.

Zuvor hatte das Ministerium angegeben, dass sie den Skandal untersucht haben und keine weiteren Verstöße feststellen konnten. Da es nun doch neue gibt, fordert Kabinettschef Katsunobu Kato eine erneute schnelle, genau und gründliche Untersuchung der Vorfälle.

Auch Jun Azumi, der Chef für Parlamentsangelegenheit der konstitutionell-demokratischen Partei Japans, forderte die Untersuchungsergebnisse so schnell wie möglich. Ihn macht der Skandal zurzeit fassungslos. Die Berichte des Magazins seien für ihn mittlerweile jenseits des gesunden Menschenverstandes.

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