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Deutschland beginnt mit Protest-Hashtag

Europäische Botschaften protestieren gegen sexistische Aussage vom Chef des Organisationskomitees der Tokyo Games

Vor wenigen Tagen sorgte der Chef des olympischen Organisationskomitees von Tokyo, Yoshiro Mori, mit einer sexistischen Aussage für viel Empörung. Auch im Ausland meldeten sich zahlreiche Persönlichkeiten, darunter mehrere Botschaften aus Europa, die gegen Mori protestierten.

In Tweets mit Gruppenfotos unter dem Hastags „dontbesilent“ und „genderequality“ zeigten europäische Botschaften, dass sie die Meinung von Mori nicht teilen. Auf den Bildern heben die Diplomaten deswegen ihre Hand als Zeichen der Unterstützung von Geschlechtergleichstellung.

Botschaften stehen für Geschlechtergleichberechtigung

Gleichzeitig soll gezeigt werden, dass man nicht bei sexistischen Kommentaren schweigen wird. Unter anderen veröffentlichte die Delegation der Europäischen Union in Japan, die schwedische Botschaft, die finnische Botschaft und die deutsche Botschaft so einen Tweet. Am Samstag folgten noch die Botschaften von Irland und Portugal sowie das United Nations Information Center Tokyo.

Mehr zum Thema:  Sponsoren der Olympischen Spiele verzichten wegen schlechter Stimmung auf Werbung

Tatsächlich war die deutsche Botschaft die Erste, die am Freitag unter den Hashtags einen Tweet veröffentlichte. Nach kurzer Zeit hatte der Tweet bereits mehr als 10.000 Retweets und andere Botschaften reagierten auf den Protest.

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Ein Mitarbeiter einer der Botschaften, der nicht weiter identifiziert werden will, gab an, dass Geschlechtergleichstellung etwas sei, was sie schon immer unterstützt haben, da sie zu den wichtigen Grundwerten gehört.

Japans Premierminister zeigt sich auch kritisch

Aber auch die japanischen Twitternutzer machten ihren Ärger Luft. Unter den Hashtags “Women who won’t behave“ und „Please retire, Yoshiro Mori.“ machten sie deutlich, dass sie gegen Geschlechterdiskriminierungen ankämpfen und das Mori gehen soll.

Aus der japanischen Politik gab es gleichermaßen scharfe Kritik. So verurteilte unter anderen der Premierminister Yoshihide Suga den Kommentar und betonte, dass er gegen die Werte der Paralympischen und Olympischen Spiele ist, die für Gleichberechtigung stehen. Einen Rücktritt will er aber nicht erwirken, da er als Premierminister gar nicht das Recht dazu hat.

Mori hatte vergangenen Mittwoch während einer öffentlichen Versammlung des Olympischen Komitees von Japan gesagt, dass es so wenig Frauen bei ihnen gebe, da sie zu viel reden und damit die Gespräche in die Länge ziehen. Mori hatte sich nach den heftigen Reaktionen am Donnerstag für die Aussage entschuldigt und sie bereut.

Petition fordert eine Auseinandersetzung

Die Empörung hat dadurch aber nicht abgenommen, eher im Gegenteil. Unter anderen fingen die Freiwilligen der Olympischen Spiele an sich zurückzuziehen und auch der Comedian Atsushi Tamura trat vom Fackellauf zurück.

Zusätzlich wurde bereits eine Online-Petition gestartet, die fordert, dass die Zentralregierung, die Regierung von Tokyo, die JOC und das Organisationskomitee von Tokyo sich mit Moris Verhalten anständig auseinandersetzte. Indirekt wird dabei auch der Rücktritt gefordert, den Mori zuletzt energisch ablehnte. Bereits bis Samstagmorgen hatten 100.000 Personen die Petition auf Change.org unterschrieben.

Es gibt neben den ganzen Protesten aber auch Stimmen, die zu Mori stehen. JOC-Präsident Yasuhiro Yamashita nannte so die Aussage unangemessen, will aber, dass Mori seinen Posten behält. Ein hochrangiges Mitglieder der regierenden LDP gab dazu an, dass nicht vergessen sollte, wie hart er an den Olympischen Spielen und der Rugby Weltmeisterschaft 2019 gearbeitet hat. Allgemein ist die Kritik aus Japan jedoch hart gegen Mori.

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