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Evakuierungszentrum in Tokyo lehnt Obdachlose während des Taifuns ab

Die Menschen wurden auch nicht auf Alternativen hingewiesen

Taifun Hagibis wütete am Wochenende in Japan und hinterließ viel Chaos und über 50 Tote. Vorab versuchte die Regierung die Auswirkungen zu dämpfen, indem sie die Menschen bat, sich ausreichend vorzubereiten und rechtzeitig Schutz zu suchen. Umso erschreckender ist es deswegen nun, dass ein Evakuierungszentrum in Tokyo trotz der drohenden Gefahr Obdachlose einfach abwies.

Die Mainichi Shimbun berichtete, dass ein Evakuierungszentrum im Taito-Bezirk in Tokyo Obdachlose wieder fortschickte, als sie bei ihnen Schutz suchten. Sie begründeten die Entscheidung damit, dass sie keine offizielle Adresse besaßen und deswegen nicht erfasst werden konnten. Bezirksbeamte reagierten bereits auf die Vorwürfe und äußerten sich dazu gegenüber Mainichi Shimbun.

Mann muss Sturm auf der Straße verbringen

Sie bestätigten, dass das Evakuierungszentrum an der Shinobugaoka Grundschule zwei Personen am 12. Oktober nicht reinließ. Eine der Personen war ein 64-jähriger Mann, der seit etwa einem Monat auf der Straße von Tokyo lebt und ursprünglich aus Hokkaido kommt.

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Da man ihn nicht hereinließ und er nicht wusste, wo er hin sollte, verbrachte er den Taifun im Windschatten der JR Ueno Station. Nur mit einem Regenschirm versuchte er sich vor Wind und Regen zu schützen, wie der sprachbehinderte Mann erzählte. Mainichi erklärter er weiter, dass er sicherer gewesen wäre, wenn ihn die Menschen in die Unterkunft gelassen hätten.

Die Abteilung für Katastrophenschutz des Bezirks versucht hingegen sich zu rechtfertigen. Alle Personen seien verpflichtet, ihren Namen und Adresse anzugeben, wenn sie in die Notunterkunft wollen. So sollen zuerst die Anwohner in dem Bezirk einen Platz erhalten, die manchmal erst spät in den Zentren erscheinen.

Auf Alternativen wurde nicht hingewiesen

Hilfsgruppen für Bedürftige machen jedoch dem Bezirk Vorwürfe, dass sie einfach Menschen aussperrten. Es sollte dabei kein Einzelfall sein und nach dem Taifun beschwerten sich zahlreiche Obdachlose, dass sie trotz des Sturms nicht hereingelassen wurden. Dabei gab es gleichermaßen Notfallzentren für Menschen, die nicht in der Region wohnten oder Ausländer waren.

Als Alternative gab es das Asakusa Culture Tourist Information Center und die Tokyo Bunka Kaikan Halle im gleichen Bezirk. Beide waren für Personen gedacht, die nicht mehr von der Arbeit nach Hause kamen oder anderweitig eine Unterkunft während des Sturmes brauchten.

Die Unterkünfte versäumten es jedoch, die Personen zu den Orten zu weisen und ihnen so Schutz zu garantieren. Ein Vertreter von der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit gab zu, dass der Bezirk nicht mit Personen ohne eine Adresse rechnete und sie bei den Evakuierungszentren nicht an diese Menschen dachten. Toshinori Tabate, der stellvertretende Leiter will herausfinden, wie sie den Menschen helfen und sie schützen können, indem es Reaktionen von verschiedenen Stellen gibt.

MS

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