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Ex-Mitarbeiter verklagt McDonalds Japan nach Herzinfarkt wegen der Arbeitsbedingungen

Unternehmen versuchte ihn zu einer Kündigung zu zwingen

Wie alle Restaurants in Japan setzt ebenfalls die Fast Food Kette McDonalds auf einen ordentlichen Service. Allerdings nahm das Unternehmen dafür zuletzt keine Rücksicht auf Angestellte und kündigte einem Mitarbeiter nach einem Herzinfarkt durch Überlastung. Der Mann verklagt die Kette nun wegen der Behandlung und den unrealistischen Anforderungen, die er erfüllen sollte.

Am 31. Oktober reichte der Mann die Klage beim Bezirksgericht ein. In der erklärt er, dass er aufgrund von Überarbeitung im November 2016 einen akuten Herzinfarkt erlitt, als er in einer Filiale in Nagoya arbeitete. Nach einer Operation erhielt er ein Schreiben vom Arzt, laut dem er sechs Monate lang starke Erschöpfung vermeiden sollte. McDonalds Japan zwang ihn jedoch das Schreiben ohne die ärztliche Empfehlung erneut einzureichen.

Trotz Herzinfarkt sollte mehr Leistung kommen

Der Mann musste erneut wegen Arbeitskräftemangel massive Überstunden leisten und konnte nicht regelmäßig seine Herzmedikamente einnehmen. Nach mehreren aufeinanderfolgenden Nachtschichten musste er August 2017 erneut ins Krankenhaus, wo er wieder operiert wurde. Statt dem Mann zu helfen, setzte das Unternehmen ihn anschließend noch weiter unter Druck. Er sollte im September 2018 einen Leistungsverbesserungsplan (PIP) mit unrealistischen Zielen vorlegen. So sollte er eine Bestellung in nur 30 Sekunden bearbeiten.

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Die Gesundheit des Mannes verschlimmerte sich drastisch und er litt unter anderen an Hörproblemen. Im Januar 2019 wollte McDonalds Japan den Mann zwingen, zu kündigen, da er die vorgeschriebene Ziele nicht erreichte. Im Februar wurden bei dem Mann schwere Depressionen diagnostiziert und es wurde weiter die Kündigung gefordert. Im April entschloss sich das Unternehmen, den Mann selbst zu entlassen.

Für die unmenschliche Behandlung will der Mann gegen das Unternehmen vorgehen. Sie sollen laut der Klage die Kündigung aufheben, ihm die letzten zwei Jahre bezahlen und zusätzlich ein Schmerzensgeld von 16.000 Euro auszahlen. Es gibt dabei bereits einen Präzedenzfall aus dem Jahr 2012, wo das Bezirksgericht von Tokyo einem Reporter recht gab, der wegen eines unrealistischen PIPs entlassen wurde.

Unrealistische Arbeitsziele sollten Kündigung erzwingen

Die sogenannten Performance Improvement Plans sind ein System, das eigentlich darauf ausgelegt ist, die Arbeitsleistung von Mitarbeitern mit bestimmten Aufgaben und Zielen zu verbessern. Allerdings nutzen einige Unternehmen die PIPs, um Mitarbeiter mit unrealistischen Zielen zum Kündigen zu zwingen. Der ehemalige Mitarbeiter ist sich sicher, dass McDonalds bei ihm versuchte, ihn so loszuwerden, ohne ihn selbst zu kündigen.

Für ihn ist deswegen seine Entlassung ein klarer Machtmissbrauch und ungültig. Weiter litt er sehr darunter, dass er sehr früh nach der Operation wieder zur Arbeit musste, was medizinisch unangemessen war. Die Belastung führte dazu, dass er deswegen ein zweites Mal operiert werden musste. McDonalds Japan wollte sich bis jetzt nicht zu dem Fall und der Klage äußeren. Sie gaben nur an, dass sie ihn mit Aufrichtigkeit im Gerichtsaal behandeln wollen.

MS

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