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Drastische Maßnahmen gefordert

Experten der japanischen Regierung warnen vor dem Zusammenbruch des Gesundheitssystems

Eine Expertengruppe der japanischen Regierung warnte am Mittwoch vor dem Zusammenbruch des Gesundheitssystems, wenn sich die Coronavirus-Pandemie in Japan weiter ausbreitet.

Die Experten warnten auch davor, dass sich das Virus weiter ausbreiten wird, wenn die Menschen in ihrer Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt werden.

Drastische Gegenmaßnahmen um das Gesundheitssystem zu schützen

In einer Empfehlung sagen die Experten, dass das Gesundheitssystem in Tokyo und in den vier Präfekturen Kangawa, Aichi, Osaka und Hyogo einer deutlich erhöhten Belastung ausgesetzt ist, obwohl Japan bisher keinen explosionsartigen Anstieg der Infektionen verzeichnet. Drastische Gegenmaßnahmen müssten aber so schnell wie möglich ergriffen werden.

Mehr zum Thema:  Coronavirus breitet sich in Japan weiter aus

Tokyo meldete am Mittwoch 66 neue Infektionen. Die Gesamtzahl aller Infektionen lag in Japan am Mittwoch bei über 3.000, darunter etwa 700 Menschen von dem Kreuzfahrtschiff Diamons Princess, dass im Februar in der Nähe von Tokyo unter Quarantäne gestellt wurde.

Nach dieser Empfehlung kündigte die japanische Regierung detaillierte Richtlinien für die Wiedereröffnung der Schulen im Land an.

Die wachsende Zahl von Infektionen, insbesondere in städtischen Gebieten wie Tokyo, hat allerdings die Frage aufgeworfen, wann Schulen, von denen die meisten Ende Februar auf Ersuchen der Regierung geschlossen wurden, den Unterricht wieder aufnehmen können. Das neue japanische akademische Jahr beginnt normalerweise Anfang April.

„Das Bildungsministerium plant, detailliertere Richtlinien zu veröffentlichen, nachdem die Diskussionen des staatlichen Gremiums medizinischer Experten und die sich täglich ändernde Infektionssituation berücksichtigt wurden“, sagte Kabinettschef Yoshihide Suga auf einer Pressekonferenz.

Öffentliche Schulen in Tokyo bleiben geschlossen

Das japanische Bildungsministerium teilte den örtlichen Bildungsbehörden Ende März bereits Richtlinien mit, die bei der Wiedereröffnung der Schulen zu beachten sind, beispielsweise die ordnungsgemäße Belüftung der Klassenzimmer.

Japans Premierminister kündigte bereits an, dass die Regierung ihre Entscheidung überprüfen werde, ab wann die Schulen den Unterricht wieder aufnehmen können, abhängig von der Meinung der Experten.

Die Stadtverwaltung von Tokyo hat bereits beschlossen, dass alle öffentlichen Schulen bis zum 6. Mai geschlossen bleiben werden. Die Wiederaufnahme des Unterrichts ist daher erst nach der Golden Week geplant.

Der Anstieg der Infektionen in Tokyo hat bei der Stadtverwaltung und medizinischen Experten die Befürchtung ausgelöst, dass der Ausnahmezustand über die Stadt verhängt werden müsse.

Auch Japans Premierminister wird von vielen Seiten dazu gedrängt, den Ausnahmezustand über das Land zu verhängen.

Coronavirus stellt Japans Wirtschaft unter Druck

Der Ausbruch des Coronavirus wird ernsthafte Auswirkungen auf die japanische Wirtschaft haben, die bereits unter dem Druck der Verbrauchsteuererhöhung vom letzten Oktober und der anschließenden Verlangsamung der Haushaltsausgaben und Unternehmensinvestitionen steht.

Abe teilte Anfang der Woche mit, dass die japanische Regierung nächste Woche ihr bisher kühnstes Konjunkturpaket zusammenstellen und sich gleichzeitig verpflichten werde, die Unterstützung für inländische Fluggesellschaften auszudehnen, die aufgrund des Virus von Reiseverboten oder Einschränkungen vieler Länder betroffen sind.

Eine Branchenorganisation hat geschätzt, dass japanische Fluggesellschaften in den nächsten 12 Monaten mit einem Umsatzrückgang von insgesamt 1 Billion Yen zu kämpfen haben wird.

MA

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