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Merkel als Beispiel, wie man die Menschen erreicht

Experten warnen, dass sich die Menschen in Japan an das Coronavirus gewöhnt haben

Viele Experten sehen in Rücksichtnahme den Schlüssel zum Erfolg im Kampf gegen das Coronavirus in Japan, insbesondere da die Bevölkerung immer weniger Vorsicht walten lässt.

Zwar befinden sich 11 von 47 der japanischen Präfekturen in einem Ausnahmezustand, aber die Menschen haben sich daran gewöhnt mit dem Virus zu leben und sind müde, sich selbst einzuschränken.

Menschen wollen sich nicht mehr einschränken

Wirtschaftsprofessor Tsutomu Watanabe von der Universität Tokyo analysiert regelmäßig die Standortinformationen von Smartphone. Zu der aktuellen Situation sagt er: „Während des vorherigen Ausnahmezustands trieb die Angst die Menschen zur Selbstkontrolle an. Wir können nicht erwarten, dass sie dieses Mal dasselbe tun.“

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Laut Watanabe zeigt seine Analyse, dass der Hauptgrund warum die Menschen beim letzten Ausnahmezustand zu Hause blieben, nicht der Ausnahmezustand selbst, sondern die Angst vor dem Coronavirus war.

Seitdem ist die Korrelation zwischen der Anzahl der Infektionsfälle und der Anzahl der Menschen, die sich im Freien aufhalten, schwächer geworden, ein Ergebnis, von dem der Professor glaubt, dass es die verringerte Angst vor dem Virus widerspiegelt.

„Für junge Menschen mit einem geringeren Risiko, ernsthafte Symptome zu entwickeln, ist es rational, sich nicht freiwillig einzuschränken“, so Watanabe. „Sie zu kritisieren oder Angst zu schüren, wird nur Widerstand auslösen.“

Watanabe sieht den Schlüssel im Kampf gegen das Virus im Altruismus, der wie die Angst zu Verhaltensänderungen führt.

„Um die aktuelle dritte Infektionswelle zu überstehen, ist es wichtig, an den Sinn für Rücksichtnahme zu appellieren, damit die Menschen versuchen, andere nicht anzustecken“, so Watanabe.

Deutschland Bundeskanzlerin Merkel ein positives Beispiel

Kazuya Nakayachi, Professor an der Doshisha Universität, der psychologische Faktoren im Zusammenhang mit dem Tragen von Gesichtsmasken untersuchte, warnte, dass immer mehr Menschen der Meinungen, dass zum Beispiel Essen in größeren Gruppen okay ist.

„Um die Infektionen zu unterdrücken, ist es entscheidend, die Öffentlichkeit dazu zu bringen, die Coronavirus-Krise als ihre eigene Angelegenheit zu betrachten“, so Nakayachi. „Die Menschen fühlen sich nicht nur durch Zahlen bedroht.“

Als erfolgreiches Beispiel, um die Situation zu ändern, verwies Nakayachi auf eine Rede der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie erklärte, dass es bei der Pandemie um Menschenleben geht, nicht nur um eine Aneinanderreihung von Zahlen, und forderte sie zum Handeln auf, damit es nicht die letzten Weihnachtsferien mit den Großeltern sind.

Das sieht auch Shigenori Sasaki so, der Reden für Geschäftsleute und Politiker schreibt.

„Die Beschäftigten in der Gastronomie und im Gesundheitswesen, die fast am Ende ihrer Kräfte sind, und die jüngeren Menschen, die sich amüsieren wollen, stehen alle vor schwierigen Zeiten“, so Sasaki. „Die Menschen werden sich motiviert fühlen, zu kooperieren, wenn die Regierung Verständnis für sie alle zeigt und aufrichtige Bitten äußert sowie die mit dem Coronavirus zusammenhängenden Zahlen und den Hintergrund erklärt.“

Menschen in Japan sehen keinen Sinn den Maßnahmen

Viele Menschen in Tokyo und den umliegenden Präfekturen, die Anfang des Monats als erste Gebiete wieder unter den Ausnahmezustand gestellt wurden, reagierten jedoch ernüchternd auf die Maßnahme.

„Mein Leben wird sich nicht ändern“, sagte eine 17-jährige Oberschülerin. „Meine Schule wird nicht geschlossen und die Geschäfte sind tagsüber geöffnet.“

Ein 24-jähriger Angestellter des Gesundheitswesens beschwerte sich, dass andere Geschäfte als Restaurants keine finanzielle Unterstützung erhalten, obwohl auch sie von der Pandemie betroffen sind. „Ich glaube nicht, dass viele Leute Anfragen trotz der Notstandserklärung nachkommen werden.“

Die Maßnahmen der Regierung kämen zu spät, sagte der Linsenfabrikant Keita Sato.

Sato bezeichnete die Maßnahmen der Regierung im Rahmen des Ausnahmezustands als unausgegoren und bezog sich dabei auf die Aufforderung zur vorzeitigen Schließung nur einiger Unternehmen, einschließlich Restaurants. Auch sieht er keine Dringlichkeit für die Maßnahmen.

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