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Regierung soll schnell handeln

Experten warnen Japan vor einer noch größeren Kluft zwischen den Geschlechtern

Japan hat allgemein ein Problem bei der Gleichstellung der Geschlechter. Ein Expertengremium der Regierung ist nun jedoch sehr alarmiert und warnt davor, dass wegen der Pandemie die Kluft noch größer wird.

In einem Bericht vom 28. April hatte das Gremium festgestellt, dass wegen der Pandemie die häusliche Gewalt und die Selbstmordfälle unter jungen Frauen gestiegen sind. Ebenfalls hatten Frauen größere finanzielle Schwierigkeiten, da sie eher in schlecht bezahlten Aushilfsjob in Hotels und Restaurants arbeiten, die von der Krise schwer getroffen wurden.

Geschlechterstereotypen sind immer noch ein Problem

Beim Thema Gleichberechtigung wurde deswegen Alarm geschlagen. Frauen würden immer noch in der Gesellschaft zurückgehalten werden, da ihnen die Rolle als Hausfrau und Mutter zugeordnete wird, obwohl es rapide Veränderung bei den individuellen Arbeitsstilen und Familienformen gibt.

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Als Beispiel wurde genannt, dass von Frauen im Homeoffice erwartete wird, dass sie weiterhin mehr Hausarbeiten übernehmen, auch wenn ihr Partner ebenfalls von Zuhause aus arbeitet. Allgemein hat die Pandemie deutlich gemacht, wie schlecht die Situation von jungen Frauen, alleinerziehenden Müttern und unverheiratete unregelmäßige Arbeitnehmerinnen ist.

Das Gremium ruft deswegen die Regierung dringend dazu auf Maßnahmen zu ergreifen, um die Frauen finanziell zu unterstützen und ihre Emanzipation zu fördern. Besonders in Bezug auf unverheiratete Frauen und alleinerziehende Mütter sei es dringend notwendig die Arbeitsbedingungen für nicht fest angestellte Arbeitskräfte zu verbessern.

Sonst droht die Kluft zwischen den Geschlechtern in Japan noch weiter auseinanderzudriften, so die Experten. Japan hatte in den letzten Jahren bereits größere Probleme, die ungerechte Behandlung von Frauen zu beseitigen. Das zeigt sich auch im internationalen Vergleichen, in denen Japan sehr schlecht abschneidet.

Regierung will erst im Juni reagieren

Die Geschlechtergleichstellungs-Ministerin Tamayo Marukawa sagte zu dem Bericht, dass die Auswirkungen der Pandemie unvorhersehbar sind und dass sie auch erst später eintreffen können. Sie wollen deswegen weiterhin an Maßnahmen arbeiten, um Frauen zu unterstützen.

Zurzeit ist geplant im Juni ein Strategiepakt zusammenzustellen, um auf die Probleme einzugehen und Maßnahmen gegen die häusliche Gewalt und die steigenden Selbstmorde zu ergreifen. Für viele ist das aber zu spät, da schon seit letzten Jahr die Probleme bekannt sind und Betroffene jetzt Hilfe brauchen.

Anmerkung der Redaktion: Sollten Sie Suizidgedanken haben, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (https://www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen helfen konnten, einen Ausweg aus einer problematischen Situation zu finden.

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