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Experten warnen zahlreiche Küstenregionen Japans vor massiven Tsunamis

Zahlreiche Gemeinden werden vermutlich von Flutwellen getroffen

In den nächsten 40 Jahren wird Japan mit großer Wahrscheinlichkeit von einem schweren Erdbeben vom Nankai Trog getroffen. Das Beben wird dabei vermutlich einen verheerenden Tsunami auslösen, der zahlreiche Gemeinden treffen wird. Experten warnen deswegen nun die Kommunen vor der drohenden Gefahr.

Insgesamt wurde von 352 Gemeinden die Wahrscheinlichkeit auf einen Tsunami berechnet. Das staatliche Erdbebenforschungskomitee ging dabei jeweils von Wellen von drei, fünf oder mindestens zehn Metern aus. Die Einteilung erfolgte dazu in die drei Kategorien: 26 Prozent oder mehr, zwischen sechs bis 26 Prozent und weniger als sechs Prozent.

Chance auf Megabeben ist sehr hoch

Das Komitee geht davon aus, dass 29 Gemeinden zu 26 Prozent oder mehr von einer fünf Meter hohen Welle getroffen werden. Betroffen davon sind Orte in den Präfekturen Shizuoka, Mie, Wakayama und Kochi. Eine Welle von drei Metern soll sogar 71 Gemeinden zu 26 Prozent treffen, die sich in Shizuoka und Miyazaki befinden.

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21 Gemeinden in Shizuoka, Mie, Wakayama, Kochi und anderen Präfekturen sollen hingegen von einem 10 Meter hohen Tsunami getroffen werden. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt zwischen sechs bis 26 Prozent, wenn es in den nächsten 30 Jahren zu dem Beben kommt. Sechs Prozent entspricht etwa einmal alle 500 Jahre und 26 Prozent sind gleichzusetzen mit einmal in 100 Jahren. Das mag zwar immer noch gering klingen, die Experten warnen jedoch alle Gemeinden, auch die mit einem niedrigen Prozentsatz.

Es ist das erste Mal, dass eine Schätzung der Regierung mit genauen Wahrscheinlichkeiten kommt. Das Komitee plant, mit der gleichen Methode Tsunami-Schäden in der Region abzuschätzen. Sie konzentrieren sich dabei vor allem auf große Beben, die nur alle 100 bis 200 Jahre vorkommen. Das Megabeben am Nankai Trog soll vermutlich mit einer Stärke von acht bis neun und mit einer Chance von 70 bis 80 Prozent in den nächsten 30 Jahren eintreffen.

Experten rechnen mit Tausenden Toten

Tsunamis sind sehr ernst zu nehmen und nach der japanischen Wetterbehörde zerstört eine drei Meter Welle bereits Holzhäuser komplett. Die Zahl der vollständig zerstörten Häuser steigt ab einer Wellenhöhe von fünf bis sechs Meter rasant an. Komiteechef und Professor Naoshi Hirata von der Universität Tokyo weist deswegen darauf hin, dass selbst kleine Beben in der Gegend verheerende Tsunamis auslösen können und Menschen darüber Bescheid wissen sollten.

Das Central Disaster Management Council der Regierung und weitere Einrichtungen schätzen, dass ein starkes Beben am Trog die Stärke 9,1 erreicht. Sie gehen davon aus, dass Kuroshio und Tosashimizu in Kochi von einer Welle von 34 Metern getroffen werden. Die Tokai und Shikoku Region trifft vermutlich eine Welle von 20 bis 30 Metern. 231.000 Personen werden nach bisherigen Schätzungen bei den Naturkatastrophen ihr Leben verlieren.

Das Forschungskomitee hat sich in der neuesten Studie allerdings nur mit starken Beben befasst und das Nankai Beben nicht als Megabeben betrachtet. Die Forscher befanden sie als zu selten, da es seit 2.000 Jahren kein derartiges Beben mehr gab. Aus diesem Grund beruhten die bisherigen Schätzungen auf den Aufzeichnungen von Beben der Stärke acht bis neun seit 1361. Aus den Daten leiteten sie die Berechnungen der verschiedenen Wellenhöhen ab, die sich sogar innerhalb Gemeinden unterscheiden können.

MS

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