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Immer mehr Fälle werden gemeldet

Fälle von Kindesmissbrauch in Japan erreichte 2018 Rekordhoch

Die Zahl der Fälle von Kindesmissbrauch in Japan erreichen im Geschäftsjahr 2018 ein trauriges Rekordhoch.

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Die Zahl belief sich im Geschäftsjahr auf 159.850 Missbrauchsfälle, wie Daten des Gesundheitsministeriums zeigen.

Der Anstieg wird vom Ministerium auf eine Zunahme von Anzeigen der Polizei wegen mutmaßlichen psychischen Missbrauches erklärt.

Ministerium will Maßnahmen gegen Kindesmissbrauch ergreifen

Das Gesundheitsministerium will nun Maßnahmen ergreifen, um den Kindesmissbrauch in Japan einzudämmen. „Wir möchten die Tatsache, dass diese Zahl ein Rekordhoch erreicht hat, ernst nehmen und die Gegenmaßnahmen kontinuierlich verstärken, einschließlich der Maßnahmen, die im Rahmen der Überarbeitung des Gesetzes über das Kindeswohl getroffen wurden“, so ein Mitarbeiter des Ministeriums.

Die häufigste Form des Kindesmissbrauchs ist psychologischer Art, einschließlich Gewalt gegen Ehepartner vor Kindern. Mit 88.389 Fällen machen sie 55,3 Prozent der Gesamtzahl aus. Die Zahl ist gegenüber dem Vorjahr um 16.192 gestiegen.

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Die Zahl der Fälle von körperlicher Misshandlung betrug 40.256 oder 25,2 Prozent der Gesamtzahl, die Anzahl der Vernachlässigung betrug 29.474 oder 18,4 Prozent. 1.731 wurden Kinder sexuell missbraucht, was 1,1 Prozent der Gesamtzahl ausmacht.

Immer mehr Fälle werden von Polizei und Schulen gemeldet

79.150 Fälle wurden von der Polizei oder Schulen den Kinderberatungsstellen gemeldet. Dies entspricht eine Steigerung von 19,8 Prozent. Die Zahl ist gestiegen, da die Polizei verstärkt mit anderen Institutionen zusammenarbeitet, um Missbrauch aufzudecken.

In Osaka wurde die größte Anzahl an Missbrauch festgestellt. Insgesamt gab es in der Präfektur 20.694 Fälle, ein Plus von 12,4 Prozent. Gefolgt von Kanagawa mit 17.272 Fällen, ein Anstieg von 24 Prozent und in Tokyo nahmen die Missbrauchsfälle um 23,8 Prozent zu.

52 Kinder starben aufgrund von Missbrauch, 28 Kinder waren davon jünger als 1 Jahr. 22 Kinder wurden körperlich misshandelt und 20 starben an Vernachlässigung.

Richtlinien zwingen Kinderhilfszentren binnen 48 Stunden zu reagieren

Das Ministerium hatte Richtlinien ausgearbeitet, nach denen Kinderhilfszentren innerhalb von 48 Stunden, nach Erhalt von Berichten über mutmaßliche Misshandlungen, einschreiten müssen.

Die Maßnahme wurde nach dem Tod eines 5-jährigen Mädchens im März 2018 eingeführt.

Nach Angaben des Ministeriums erhielten Kinderberatungsstellen im ganzen Land seit Inkrafttreten der Leitlinien im Juli letzten Jahres 153.571 Meldungen über mutmaßlichen Kindesmissbrauch über einen Zeitraum von elf Monaten. In 11.984 Fällen oder 7,8 Prozent aller Fälle dauerte es mehr als 48 Stunden, bis Kinderberatungsstellen bestätigten, ob sich ein Kind in Sicherheit befindet.

Quelle: Kyodo

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