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Neben physischem soll auch der sexuelle Missbrauch untersucht werden

Fälle von Kindesmissbrauch in Japan sollen auf sexuellen Missbrauch untersucht werden

Das japanische Wohlfahrtsministerium hat mit einer Untersuchung von Fällen von Kindesmisshandlung begonnen. Ziel ist es herauszufinden, ob die Opfer auch unter sexueller Gewalt gelitten haben.

So sollen die schwierigsten Fälle noch einmal angegangen werden, insbesondere wenn sie innerhalb einer Familie auftreten, so die Beamten des Ministeriums.

Physischer und sexueller Missbrauch

Anlass für die Umfrage war der öffentlichkeitswirksame Tod eines zehnjährigen Mädchens im Januar letzten Jahres durch körperlichen Missbrauch in ihrem Haus in der Präfektur Chiba. Als sie sich vorübergehend in Schutzhaft befand, stellte sich heraus, dass sie auch sexuellen Missbrauch erlitten hatte, sagten die Beamten.

Mehr zum Thema:  Abe ordnet Maßnahmen zur Verhinderung von Kindesmisshandlung an

In der Umfrage bittet das Ministerium alle 220 Kinderberatungszentren in ganz Japan, Fälle zu melden, in denen sie zunächst nicht wussten, später aber herausfanden, dass die missbrauchten Kinder ebenfalls sexuellem Missbrauch ausgesetzt waren.

Bericht bis März kommenden Jahres

Die Zentren sind befugt, missbrauchten Kindern vorübergehenden Schutz zu gewähren, Eltern Anleitung zu geben und Häuser zu betreten, wenn dies zur Inspektion erforderlich ist, und haben sich in den letzten Jahren mit einer wachsenden Zahl von Fällen von Kindesmissbrauch befasst.

Das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Wohlfahrt plant, bis März nächsten Jahres einen Bericht zu erstellen, sagten die Beamten.

Sexueller Missbrauch wird oft verheimlicht

Von den 159.838 Fällen von Kindesmissbrauch, die im Geschäftsjahr 2018 gemeldet oder an die Beratungszentren weitergeleitet wurden, betrafen 55,3 Prozent psychischen Missbrauch, 25,2 Prozent körperlichen Missbrauch, 18,4 Prozent Vernachlässigung und 1,1 Prozent sexuellen Missbrauch.

Experten betrachten die Zahl der sexuellen Gewalt jedoch nur als „Spitze des Eisbergs“, da die Opfer ihre Situation oft geheim halten, insbesondere wenn es sich bei den Tätern um Familienmitglieder handelt, aus Angst, dass die Enthüllung ihrer Notlage dazu führen könnte, dass die Familie auseinanderbricht.

Zentrum ergriff nicht die nötigen Maßnahmen

Vor dem Tod des zehnjährigen Mädchens, für den der Vater Berufung gegen eine 16-jährige Haftstrafe einlegt, wurde die Viertklässlerin in eines der Zentren gebracht, nachdem eine Schulbefragung die Gewalt ihres Vaters aufgedeckt hatte.

Obwohl sie von ihrem sexuellen Missbrauch sprach, ließ sie die Übergangsunterkunft nach Angaben der Präfekturregierung ohne besondere Maßnahmen nach Hause zurückkehren.

„Gegenwärtig besteht die Gefahr, dass sexuell missbrauchte Kinder nicht betreut werden können, wenn ihre Fälle nicht als Fälle anerkannt werden, die auch sexuelle Gewalt beinhalten“, sagte ein Beamter des Ministeriums.

Kinder sollen sexuellen Missbrauch einfacher melden können

Es gibt auch andere Fälle von wiederholten Sexualstraftaten gegen Kinder zu Hause, die in Japan ans Licht gekommen sind, darunter ein Fall, in dem ein Vater vom Obersten Gericht von Nagoya des sexuellen Missbrauchs seiner Tochter für schuldig befunden wurde.

Es sollte ein soziales Umfeld geschaffen werden, das es Kindern erleichtert, sich über sexuellen Missbrauch zu beschweren und Schutz zu erhalten, ohne eine nachteilige Behandlung zu erleiden, sagte Hiroyuki Suzuki, ein außerordentlicher Professor an der Rissho-Universität, der ein Experte für Kinderwohlfahrt ist.

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