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HomeNachrichten aus JapanFast 40 Prozent der LGBTQ-Personen in Japan erleiden Übergriffe

Opfer erhalten teilweise keine Hilfe

Fast 40 Prozent der LGBTQ-Personen in Japan erleiden Übergriffe

In Japan sind aufgrund mangelnder Gesetze LGBT-Personen weiterhin massiven Diskriminierungen und Gewalt ausgesetzt. Eine Umfrage zeigte am Mittwoch nun, dass viele Opfer von sexueller Gewalt werden und oft keine Hilfe bekommen.

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In einer Umfrage von Lifenet Insurance Co., wurden zwischen September und Dezember letzten Jahres 10.769 LGBT-Personen zu Übergriffen befragt. Das Versicherungsunternehmen hatte erst kürzlich eine Umfrage zu Mobbing gegen LGBT-Personen veröffentlicht. Durchgeführt wurde die Befragung von Professor Yasuharu Hidaka von der Takarazuka University. Es wurde dabei nach zehn verschiedenen Arten an gewaltsamen und sexuellen Übergriffen gefragt.

Opfern wird die Hilfe verweigert

38,1 Prozent gaben dazu an, dass sie Opfer von mindestens einer Kategorie geworden sind. Von sexueller Belästigung durch Berührungen berichteten 22,4 Prozent der Betroffenen, was auch die häufigste Antwort war. 17,3 Prozent berichteten von Belästigungen durch Worte oder Taten. Ungewollte Küsse erfuhren 11,5 Prozent.

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Nach Gruppen waren am häufigsten betroffen trans Frauen mit 57 Prozent. Von allen befragten Lesben gaben 52,2 Prozent Übergriffe an und bei den trans Männer waren 51,9 Prozent betroffen. 52,8 Prozent der Opfer suchten nach schweren Übergriffen einen Psychiater auf. Bei den Personen, die anderweitig betroffen waren, suchten sich 48,9 Prozent Hilfe. Allgemein gaben 35,5 Prozent aller Befragten an, dass sie einen Psychiater besuchen.

Bei der Umfrage zeigte sich auch, dass die Opfer oft keine Hilfe erhalten. Eine trans Frau erklärte, dass sie von einem Mann sexuell belästigt wurde. Eine Beratungsstelle für Opfer von sexueller Gewalt weigerte sich allerdings ihr zu helfen, weswegen sie sich an die Polizei wandte. Die wollte auch keinen Bericht aufnehmen.

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Laut der Frau hatten dabei die Beamten nicht erwartet, dass sich eine trans Frau wegen Übergriffen meldet. Wie sie weiter erklärte, wurde sie durch die Unfähigkeit der Polizei nur weiter verletzt, da sie nicht verstanden wurde.

Japan muss Hilfsmöglichkeiten auf LGBTQ-Personen anpassen

Für Hidaka sind das keine Einzelfälle. LGBTQ-Personen wird öfter jegliche Hilfe verweigert, bloß weil sie zu sexuellen Minderheiten gehören und leiden nur noch mehr psychisch unter dem Vorfall. Aus diesem Grund werden laut ihm vermutlich viele Übergriffe erst gar nicht gemeldet.

Allgemein fehle es in Japan an angemessener Unterstützung und Verständnis für die Probleme der LGBTQ-Community. Hidaka fordert deswegen von der Regierung ihr Unterstützungssystem für Opfer von sexueller Gewalt auf sexuelle Minderheiten und auch Männer anzupassen, die oft auch kaum Hilfe bekommen.

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