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Senkungen haben seit Sommer zugenommen

Fast die Hälfte der japanischen Krankenhäuser senkt Prämien für Mitarbeiter

Mit den steigenden Infektionszahlen in Japan haben auch wieder die Krankenhäuser mehr zu tun. Das bedeutet allerdings nicht, dass es ihnen finanziell gut geht. Wie schon bei der ersten Covid-19-Welle kämpfen die medizinischen Einrichtungen stark mit ihren Finanzen und reduzieren deswegen in vielen Fällen die Prämien für Mitarbeiter.

Der japanische Verband der Gewerkschaften der medizinischen Arbeitnehmer hatte Anfang des Monats eine Umfrage bei den Gewerkschaften an medizinischen Einrichtungen im ganzen Land durchgeführt. Bis Mittwoch hatten 298 Gewerkschaften auf die Befragung geantwortet.

Durchschnittliche Kürzung liegt bei mehr als 300 Euro

Von 289 Gewerkschaften, bei denen die Daten mit 2019 vergleichbar waren, gaben 44,3 Prozent von ihnen an, dass bei ihnen die sogenannte Jahresendprämie in Bezug auf das Monatsgehalt gesenkt wurde. Bei 43,3 Prozent gab es hingegen bei der Bonuszahlung keine Veränderung und bei 12,5 Prozent stieg die Zahlung sogar.

Mehr zum Thema:  Japan wird in der Zukunft das medizinische Personal ausgehen

Allgemein wurden die Prämien im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich um 348,77 Euro gekürzt. Teilweise gab es dabei aber auch Kürzungen von mehr als 2.415 pro Person.

Wie die Gewerkschaft erklärt, meiden aufgrund der Ansteckungsgefahr viele Patienten die regelmäßigen Arztbesuche oder andere Behandlungen. Teilweise weigern sich Personen sogar aus Angst vor dem Virus in ein Krankenhaus eingeliefert zu werden.

Tatsächlich werden Krankenhäuser und ähnliche Einrichtungen als Corona-Hotspots angesehen. In Hokkaido, Tokyo und sieben weiteren Präfekturen wurden so mehr als 25 Prozent der Betten von Coronapatienten belegt.

Situation hat sich für Krankenhäuser stark verschlechtert

Das bedeutet, dass auch oft gar nicht genug Platz für andere Patienten ist und mittlerweile drohen die lokalen Gesundheitssysteme zu kollabieren, sodass lebensrettende Behandlungen unmöglich werden. Gleichzeitig sorgen die fehlenden Patienten auch für fehlende Einnahmen, weswegen medizinische Einrichtungen zu Sparmaßnahmen greifen müssen.

Bereits im Sommer wurde der Bonus bei vielen gesenkt oder ganz gestrichen. Allerdings waren im Sommer wohl nur zehn Prozent der Einrichtungen betroffen, wie die Organisation erklärte. Die Situation hat sich demnach laut der Generalsekretärin der Gewerkschaft, Susumu Morita, deutlich verschlechtert.

Morita selbst ist über die aktuellen Entwicklungen besorgt. Bei einer Pressekonferenz in Tokyo erklärte sie, dass medizinische Angestellte und Pflegekräfte mit ihrem Verantwortungsbewusstsein und ihrem Gefühl für ihre Aufgabe gearbeitet haben und nun an ihre Grenzen kommen. Sie fordert deswegen von der Regierung schnell finanzielle Unterstützung, um die Krankenhäuser zu entlasten.

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