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Fettnäpfchenführer Korea – Blamieren will gelernt sein

Korea wird, nicht zuletzt wegen der hierzulande immer beliebter werdenden K-Pop-Musik und den koreanischen TV-Dramen, zu einem immer beliebteren Reiseziel. Deutsche Teenager wollen heute in den Ferien nicht mehr irgendwo an den Strand, sondern nach Korea. Einige gewiss in der irrigen Annahme, dass die Realität wirklich so aussieht wie in den Filmen. Der „Fettnäpfchenführer Korea“ hilft an dieser Stelle, einige Vorstellungen gerade zu rücken.

Ähnlich geht es auch der Studentin Julia. Sie liebt die koreanische Pop-Musik und verschlingt die Serien aus Korea, sobald sie online erscheinen. Als sie die Möglichkeit zu einem Auslandssemester bekommt, ist klar, wohin es gehen soll. Nach Seoul in Korea natürlich. Nico hingegen steht kurz vor dem Abschluss in BWL und wird von seinem Vater dazu verdonnert, ein wenig Berufserfahrung zu sammeln und zwar als Praktikant in einer großen koreanischen Firma.

Die beiden jungen Deutschen machen sich auf den Weg nach Korea. Julia mit einigen Vorkenntnissen aus dem Fernsehen und Ratschlägen von einer koreanischen Freundin. Nico hingegen ziemlich unvorbereitet, nur mit ein wenig Halbwissen aus dem Internet und den Erfahrungen, die er als Kind in Japan gesammelt hat. Er geht davon aus, dass der Unterschied so groß nicht sein kann. In Korea heißt es, dass auch ein Affe mal vom Baum fällt. Die beiden Äffchen Julia und Nico fallen von so ziemlich jedem Ast. Mal sind es nur kleine Purzelbäume, die sie schlagen, aber auch der eine oder andere Totalabsturz lässt im bunten koreanischen Alltag nicht auf sich warten.

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Eine Peinlichkeit kommt selten allein

Selbstverständlich ist es nie falsch, sich Serien oder Filme aus einem anderen Land anzusehen, in denen es scheinbar um alltägliche Begebenheiten geht. Diese werden hierzulande meistens schon als reichlich seltsam angesehen. Die Wirklichkeit ist meistens aber noch skurriler, zumindest wenn man aus deutscher Sicht auf das Leben in anderen Ländern schaut.

In dieser Hinsicht hat sich Jan-Rolf Janowski zwei wunderbare Protagonisten für seinen Reiseführer der etwas anderen Art herausgesucht. Denn Korea wird vor allem bei jungen Leuten immer beliebter. In insgesamt 46 kurzen Kapitel begleitet der Leser Julia und Nico auf ihrer Reise nach und durch Korea. Die Kapitel sind in zwei Teile aufgeteilt. Während Julia mit den Vorstellungen aus dem TV und einigen guten Ratschlägen in Korea aufschlägt, geht Nico reichlich unvorbereitet an das Abenteuer Praktikum heran. Dementsprechend zahlreich sind die Peinlichkeiten, die den beiden unterlaufen. Anschließend erklärt der Autor kurz, welches Fettnäpfchen die beiden Deutschen gerade wieder umgestoßen haben.

Kleine Info-Boxen gehen dabei auf einzelne Aspekte näher ein und geben interessante Informationen über Kultur, Politik, Geschichte und was den Leser sonst noch beschäftigen könnte, in knapper Form weiter. Gleichzeitig ist erfreulich, dass der Autor nicht nur auf den Fehlgriffen seiner Figuren herumhackt, obwohl diese ausreichend Stoff bieten, sondern auch einmal nette kleine Situationen einbaut, die einfach nur dazu dienen, den einen oder anderen Aspekt des koreanischen Alltagslebens zu illustrieren.

Vom einsamen Studenten zum Mitarbeiter-Kollektiv

Julia und Nico sind etwa gleich alt, leben in Korea jedoch in völlig verschiedenen Welten, die jede ihre eigenen Stolpersteine aufzuweisen hat. Während sich Julia als einfache Studentin durch den Uni-Alltag mit Vorlesungen und Mensa-Essen schlägt, landet Nico als Praktikant in einem schicken Großraum-Büro. Wer allerdings denkt, dass dort die Möglichkeiten, richtig unangenehm aufzufallen, weniger sind, der irrt. Die beiden lassen in ihrem jeweiligen Alltag wirklich kaum eine Möglichkeit aus, als Ausländer aus der Reihe zu tanzen, obwohl sie gerade deswegen auf einen gewissen „Welpen-Schutz“ zugreifen können.

Reiseführer für Korea-Neulinge
Korea für Anfänger Bild: CONBOOK

Die jeweiligen Situationen sind sehr kurz gehalten und wechseln zwischen beiden Protagonisten. In seinen Überschriften verwendet der Autor gern koreanische Sprichwörter, um aufzuzeigen, worum es im folgenden Kapitel geht. Als Leser braucht man ein wenig Zeit, um zu verstehen, worauf das eine oder andere Sprichwort abzielt. Aber gerade diese Landes-typischen Eigenheiten will das Buch ja in den Mittelpunkt stellen.

Der Autor Jan-Rolf Janowski ist studierter Koreanist und hat selbst auch einige Zeit in Korea gelebt, was man dem Buch inhaltlich natürlich anmerkt. Mit einem feinen Blick für auch kleine Stolpersteine erzählt er die Geschichten von Julia und Nico immer mit einem Augenzwinkern. Und selbst, wenn einer der beiden sich bis auf Blut blamiert hat, wirken die Erklärungen nie oberlehrerhaft, sondern zeigen auf, wie man sich als Reisender in den einzelnen Situationen richtig verhält.

Korea-Knigge für Anfänger und Fortgeschrittene

Nachdem der CONBOOK-Verlag den „Fettnäpfchenführer“ für Korea bereits im letzten Jahr veröffentlichte, folgt jetzt die sechste, erweiterte Auflage. Neben einem neuen Umschlag wurden auch einige Kapitel überarbeitet und erweitert. Leider hat man dabei anscheinend vergessen, ein paar Verweise anzupassen, die auf spätere Kapitel hindeuten, die leider an einer etwas anderen Stelle verortet wurden. Aber insgesamt tut das dem Lese-Vergnügen keinen Abbruch.

Die einzelnen Kapitel an sich sind flüssig geschrieben und sorgen gerade in ihrer Kürze dafür, dass man sich nicht langweilt. Als Leser schließt man die beiden Protagonisten schnell ins Herz und leidet schon ein wenig mit, wenn die sich mal wieder ungewollt benehmen wie der Elefant im Porzellanladen. Eine kleines „Blamage-Barometer“ gibt gleichzeitig Auskunft darüber, wie schlimm der jeweilige Fauxpas vom Gegenüber empfunden wird. Während man als Leser manchmal denkt „so schlimm war das nun wirklich nicht“, wird es vom koreanischen Gegenüber aber vielleicht als schwerwiegende Beleidigung oder himmelschreiende Unhöflichkeit aufgefasst.

Fazit

Der „Fettnäpfchenführer Korea“ sollte im Handgepäck keines Reisenden fehlen, will er nicht wie Julia und Nico von einer Peinlichkeit in die nächste stolpern. Da die kurzen Kapitel immer auf einen Aspekt eingehen, sind sie schnell und einfach zu verstehen und die folgende Erklärung weist auf kompakte Art und Weise darauf hin, wie man sich in Korea verhalten sollten.

Der Autor versteht es, eine sowohl lehrreiche als auch amüsante Geschichte zu erzählen. Der flüssige Stil trägt dazu bei, dass man praktisch durch die Kapitel fliegt und sich am Anfang eines jeden fragt, welches Fettnäpfchen seine Figuren diesmal mitnehmen. Die vielen koreanischen Sprichwörter sind außerdem eine gute Möglichkeit, um zu erkennen, dass manche Probleme halt doch überall auftreten.

Info

Reiseführer für Korea-Neulinge
Korea für Anfänger Bild: CONBOOK

Fettnäpfchenführer Korea
Von: Jan-Rolf Janowski
Verlag: CONBOOK
Verfügbar: Einzelband
Preis: 12,95 EUR
Genre: Reise, Korea
ISBN: 978-3958891845

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Unsere Meinung

Story
89 %
Preis
91 %
Gesamteindruck
89 %

Unser Fazit

Als Ausländer Blamage-frei durch Korea zu kommen ist eine kaum machbare Aufgabe. Mit seinem Fettnäpfchenführer weist Jan-Rolf Jankowski allerdings auf die größten Stolpersteine hin und erklärt auf einfache und prägnante Weise, wie man diese umgehen kann. Eingebettet in eine teils lustige, teils skurrile Geschichte ist das Buch nicht nur lehrreich, sondern weiß den Leser auch gut zu unterhalten.
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