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Finanzierung der kaiserlichen Zeremonien löst Kritik in Japan aus

Finanzierung sei ein Verstoß gegen die Verfassung

Zwar ist die Stimmung der Japaner gegenüber der kaiserlichen Familie so gut wie noch nie, doch die zwei wichtigen Rituale haben in diesem Jahr Kritik ausgelöst.

Heute hat Kaiser Naruhito seine Inthronisierung verkündet, die Anfang dieses Jahres nach der Abdankung seines Vaters stattfand und im November wird der neue Kaiser das Daijosai-Erntedankritual durchführen.

Zeremonien vom japanischen Staat mit Milliarden Yen gefördert

Dafür stellt die japanische Regierung Mittel in Milliardenhöhe zur Verfügung, insbesondere für die Veranstaltung im Oktober, die sehr kostspielig ist. Würdenträger aus der ganzen Welt werden den Ritualen beiwohnen.

Kritik kommt allerdings auf, da es sich bei diesen beiden Zeremonien um religiöse Riten handelt. Die japanische Verfassung schreibt eigentlich vor, dass Staat und Religion getrennt werden müssen.

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Christliche Kirche in Japan kritisiert die fehlende Trennung von Religion und Staat

Ein Vertreter der Vereinigten Kirche Christi sagte: „Das Daijosai-Ritual ist nichts anderes als eine schintoistische Zeremonie. Die staatliche Finanzierung verstößt daher gegen das Prinzip von der Trennung von Politik und Religion.“

Diese strikte Trennung ist auf die Rolle des japanischen Kaisers im Zweiten Weltkrieg zurückzuführen. Nach der Verfassung war der Kaiser heilig und unantastbar und er war der Oberbefehlshaber der Armee.

Nach der Niederlage Japans waren viele Menschen der Ansicht, dass die kaiserliche Familie abgesetzt werden sollte. Doch die Alliierten, die von den USA angeführt wurden, entzogen dem Kaiser nur seine politische Macht und verankerten seine Rolle als Staatssymbol in der neuen Verfassung des Landes.

Förderung ist ein Verstoß gegen die japanische Verfassung

Die aktuelle Verfassung Japans sieht auch vor, dass der Staat keinen Religionsunterricht oder religiöse Aktivitäten fördern darf. Damit ist die Förderung der diesjährigen kaiserlichen Rituale ein deutlicher Verstoß.

Allerdings hat sich nicht nur die christliche Gemeinschaft in Japan zu Wort gemeldet. Es gibt zurzeit 300 Kläger, darunter buddhistische Mönche und Professoren, die gegen die Zahlung klagen.

Die Kritiker haben auch einen kaiserlichen Unterstützer, nämlich Kronprinzen Akishino.

Vergangenen November, bevor er den Titel des Kronprinzen annahm, stellte er öffentlich die Frage, ob die folgenden Zeremonien tatsächlich mit staatlichen Mitteln finanziert werden sollten.

Bereits bei der Krönung von Kaiser Akihito und den Zeremonien, die danach folgten, wurde geklagt. Die Klagen wurden allerdings allesamt abgewiesen.

Klagen werden wenig Chancen eingeräumt

Das Oberste Gericht entschied damals, dass es sich bei den Zeremonien um soziale Konventionen und keine religiösen Aktivitäten handelt.

Auch die japanische Regierung argumentiert, dass es sich um öffentliche Veranstaltungen handelt und die Förderung daher kein Problem darstellt.

Die Ausgaben sind allerdings mit 16 Milliarden Yen nicht gerade wenig.

Den Klagen gegen diese Finanzierung werden keine großen Chancen eingeräumt. Eine Anhörung zu einer Verfügung ist erst nach dem Daijosai-Ritual geplant.

JP

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