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Firma in Fukuoka recycelt benutzte Windeln

Ein dreckiges Geschäft für eine saubere Umwelt

In der heutigen Zeit gibt es mittlerweile die verschiedensten Methoden, um bestimmte Dinge zu recyceln. Meistens handelt es sich dabei jedoch um Material wie Plastik oder Papier. Ein Unternehmen in Omuta, Fukuoka arbeitet mit einem deutlich dreckigeren und ungewöhnlicheren Produkt. Sie recyceln nämlich benutze Windeln.

Total Care System Co. ist das Unternehmen hinter der Fabrik mit der skurrilen Geschäftsidee. Normalerweise landen benutzte Windeln auf einer Müllhalde oder in der Verbrennungsanlage. Das ist etwas, was die Firma ziemlich schade findet, denn die Windeln besitzen wichtige Materialien, die sich wiederverwenden lassen. Genauer gesagt extrahiert die Firma den nützlichen Zellstoff aus dem Produkt.

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Das Unternehmen begann, benutzte Windeln zu recyceln, da die Verwendung aufgrund der alternden Bevölkerung steigt. Sie versuchen dabei eine Technik zu nutzen, die Polymere und andere saugstarke Stoffe zu Platten formt, die sich für andere Gegenstände verwenden lassen.

Der Vorgang ist relativ simpel. Die Windeln kommen in Säcken und werden zerkleinert und in Wasser aufgelöst. Wie bei Papier lösen sich die Zellstoffe und das Polymer dabei ab und lassen sich isolieren. Den Zellstoff reinigt die Fabrik anschließend und behandelt ihn mit einer antimikrobiellen Substanz, sodass das Ganze wirklich sauber ist. Das aufgequollene Polymer wird mit Chemikalien mit osmotischem Druck gereinigt. Am Ende werden beide Stoffe zu großen Platten gepresst und getrocknet.

Der Zellstoff lässt sich so nun als Baumaterial für Außen- und Innenwände von Gebäuden verwenden. Polymer kommt hingegen als fester Brennstoff zum Einsatz, genau wie andere Abfälle bei dem Recyclingprozess. Zusätzlich arbeitet die Firma an einer Methode, um das Polymer als Urinunterlage für Tiere und andere Produkte zu verarbeiten. Die Exkremente von den Windeln kommen ebenfalls nicht in den Müll. Sie werden mithilfe von Mikroorganismen behandelt und zu Dünger verarbeitet.

Takeshi Cho, Präsident von Total Care System, will mit den Vorurteilen aufräumen, die Windeln haben. Viele glauben, dass benutzte Windeln dreckig und schwer zu recyceln sind. Windeln bestehen meistens aus dem gleichen Material, unabhängig vom Hersteller. Wenn die Materialien getrennt sind, lassen sie sich laut Cho am einfachsten recyceln.

Die aktuelle Firma gründete Cho 2011, nachdem die Verwendung von Einwegwindeln zugenommen hatte. Zusammen mit der Fukuoka University begann er an einer Technik zu arbeiten, um Windeln zu recyceln. 2005 nahm dann die Fabrik ihren Betrieb auf. Insgesamt kann sie 20 Tonnen oder 100.000 Windeln pro Tag verarbeiten.

Ausgelastet ist die Einrichtung noch nicht. Aktuell kommen etwa 16 Tonnen Windeln aus 200 medizinischen Zentren, Pflegeeinrichtungen und anderen Orten aus ganz Kyushu an. Zusätzlich dazu gibt es in Oki in Fukuoka 60 Windel-Abholboxen. Anwohner können da ihre dreckigen Windeln entsorgen, die dann in der Fabrik landen. Insgesamt kommen so 100 Tonnen zusammen.

Ein Vorbild für andere Unternehmen

Der tägliche Umsatz der Fabrik liegt bei circa 8.273,58 Euro. Total Care System erhält Provisionen von Agenturen, die schmutzige Windeln versenden und verarbeiteten Zellstoff verkaufen. Mittlerweile ist das Geschäftsprinzip so bekannt, dass mehr als 358 Beamte von anderen Firmen die Einrichtung besuchten. Cho will so die Idee verbreiten und seine Fabrik zur Modellanlage machen, die Vorbild für andere in ganz Japan ist.

Das ist nicht nur für die Umwelt lobenswert, sondern hilft ebenfalls, die wachsende Zahl an Windeln zu beseitigen. Laut der Japan Hygiene Products Industry Association gab es nämlich 8,4 Milliarden Windeln im Jahr 2018. Das ist ein Anstieg von 3,7 Milliarden im Vergleich zu den letzten zehn Jahren. Aus diesem Grund fördert die Regierung das Recycling von Wegwerfwindeln.

Die Windeln enthalten viel Wasser, deswegen ist es schwer, sie zu verbrennen und es ist extra Brennstoff nötig. Das schadet deutlich der Umwelt. Recycling schont den Verbrauch von Holz zur Papierherstellung und reduziert die Kohlenstoffdioxid-Emissionen. Am Ende haben also alle etwas von dem Konzept, das auf immer größeres Interesse stößt.

Quelle: TAS

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