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Reisepass einbehalten ist gängige Praxis bei japanischen Unternehmen

Firma in Japan weigert sich, ausländischer Mitarbeiterin den Reisepass auszuhändigen

Es ist auch in Japan illegal, Reisepässe von Ausländern, die als technische Auszubildende in Japan arbeiten, einzuziehen. Da das Land aber keine Strafen für Firmen vorsieht, die das trotzdem machen, ist es eine gängige Praxis.

Viele Unternehmen in Japan behalten die Reisepässe ein, da sie so verhindern wollen, dass sich die technischen Auszubildenden eine neue Arbeit suchen oder nach Hause zurückkehren.

Trotz Kündigung will ihr ehemaliger Arbeitgeber den Reisepass nicht aushändigen

Nun kam ein Fall einer philippinischen Frau ans Licht, die ihren Reisepass von einer Anwaltskanzlei in Yokohama nicht ausgehändigt bekommt.

„Ich kann kaum Japanisch. Was soll ich tun, wenn etwas passiert? Ich möchte, dass mein Reisepass so schnell wie möglich zurückgegeben wird“, so die Frau, die als Dolmetscherin in der Advanceconsul Immigration Lawyer Office arbeitet.

Außerdem gab sie an, dass die Rechtsanwaltskanzlei in der Präfektur Kanagawa nur einen Teil ihres Gehalts zahlt.

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Die Frau absolvierte 2009 eine Universität auf den Philippinen und kam im April 2017 nach Japan. Sie begann im Mai mit der Arbeit für Advanceconsul.

Der Arbeitsvertrag sieht vor, dass die Firma ihren Reisepass aufbewahrt und die Frau nach einer schriftlichen Anfrage die Erlaubnis braucht, damit ihr der Pass ausgehändigt wird. Das Unternehmen bestimmt auch die Art und Dauer der Einbehaltung ihres Passes.

Im Juli hörte sie auf bei der Anwaltskanzlei zu arbeiten, aber die Kündigung wurde nicht anerkannt. Auf die Aufforderung, dass man ihr ihren Reisepass aushändigt, wurde bisher nicht reagiert.

Mehrere Fälle bekannt geworden

Mittlerweile haben sich einige Menschen in Japan bereiterklärt, die Frau dabei zu unterstützen, dass sie das Dokument wiederbekommt. Der Anwaltskanzlei werfen sie vor, dass sie ausländische Arbeitnehmer unterdrücken.

Einige andere ausländische Arbeitnehmer forderten Advanceconsul ebenfalls auf, ihre Pässe zurückzugeben, was die Firma jedoch nicht getan hat. Das Arbeitskomitee der Präfektur Kanagawa erkannte im September an, dass die Weigerung des Unternehmens, mit den Arbeitern über ihre Pässe zu verhandeln, eine illegale Praxis darstellt.

Auch ansonsten stellt sich die Firma stumm, auf Anfragen verschiedener Medien reagiert sie nicht.

Keine Strafen vor das Einbehalten des Reisepasses

Die Zahl der ausländischen Arbeitskräfte in Japan hat sich im Oktober vergangenen Jahres in fast zehn Jahren auf 1,46 Millionen verdreifacht.

Die japanische Regierung will im Rahmen einer im April beschlossenen gelockerten Visareform in den nächsten fünf Jahren bis zu 345.000 ausländische Arbeitskräfte aufnehmen.

Das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales sieht es bisher allerdings nicht für notwendig an, Strafen für die Einbehaltung von Reisepässen zu verhängen.

Kritiker fordern daher, dass ein Umdenken stattfinden muss. Japan will immer mehr ausländische Arbeitnehmer ins Land holen, um so den Arbeitskräftemangel aktiv zu bekämpfen.

Die Praxis, dass Reisepässe eingezogen werden, wirken allerdings abschreckend. Auch das immer öfters Fälle ans Licht kommen, das Unternehmen ihre technischen Praktikanten nicht vernünftig bezahlen oder das sie Arbeiten verrichten müssen, die nichts mit dem Praktikum zu tun haben, sorgen dafür, dass viele Menschen sich gegen so eine Arbeit in Japan entscheiden.

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