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Subunternehmen zahlten Partys, Urlaub, Geldgeschenke und mehr

Firmen verprassen Katastrophenhilfsgelder für Tohoku-Erdbeben 2011

Nach dem katastrophalen Beben 2011 erhielten Unternehmen Katastrophengelder, um beim Wiederaufbau in Tohoku zu helfen. Eine Firma nahm jedoch heimlich ein Teil des Geldes und verprasste es für andere Dinge.

Wie die Asahi Shimbun herausfand, erstellten Subunternehmen sogenannte Reptilienfonds, in denen sie ein Teil der staatlichen Gelder verstecken. Insgesamt kam eine Summe von mindestens 1.293.338 Euro zusammen, die durch die neuen Steuern für Wiederaufbauprojekte gesammelt wurden.

Geld für Urlaub und Partys

Das Geld wurde anderen zur Bezahlung von hochrangigen Beamten in vier großen Bauunternehmen genutzt. Bei den Unternehmen handelt es sich um Shimizu Corp., Hazama Ando Corp., Kajima Corp. und Taisei Corp. Zusammen genehmigte die Regierung ihnen eine Summe von umgerechnet 8.081.534.900 Euro für den Wiederaufbau.

Vorgesehen waren die Gelder für die Beseitigung von Trümmerbergen im Tsunamigebiet und der Wiederaufbau von Gemeinden in Fukushima. Die Subunternehmer bekamen offiziell die Aufträge dazu von den vier Unternehmen. Sie erhöhten jedoch die Kosten und legten dann das überschüssige Geld in den geheimen Fonds zur Seite.

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Ein Teil des Geldes ging als Bargeldgeschenke zurück an die Führungskräfte, die an der Auswahl der Subunternehmer und der Verteilung der Mittel beteiligt waren. Ebenfalls wurden Partys in Nachtklubs und Auslandsreisen bezahlt. Ein Mitarbeiter eines Subunternehmens gab dazu an, dass sie dazu gezwungen wurden Gelder zu zahlen. Mal mussten sie eine Rechnung von 8.084 Euro begleichen, da ein hoher Beamter von Kajima eine Trinkparty feierte.

Enorme Beträge werden versteckt

Ebenfalls bezahlten sie eine teure Uhr, die der Beamte einer Hostess schenkte und die regelmäßigen Reisen auf die Philippinen. Zusätzlich gab es für den Mann noch ein Taschengeld bei den Aktivitäten, das zwischen 2.425 Euro bis 4.042 Euro lag.

Ähnlich verhielt sich bei einem Unternehmen in Tokyo, das für Shimizu Okuma in Fukushima reinigen sollte. Auch hier gab es wieder deutlich mehr Geld als üblich, das für andere Dinge verwendet wurde. Mehr als 80.820 Euro wurden unter anderem für Geldgeschenke an Beamte von Shimizu und teure Abendessen genutzt.

Ein weiteres Unternehmen sammelte zusammen mit einer anderen Firma umgerechnet 355.596,43 Euro an. Verteilen wollten sie die Summe auf Taisei und Kajima. Weitere Subunternehmer sollen um die 808.131 Euro gesammelt haben, um sie für Kajima Beamte und weitere Personen in Miyako auszugeben.

Mehrheit schweigt

Entdeckt wurden die illegalen Fonds wohl von der Tokyo Regional Taxation Bureau. Sie ordneten an, dass die Subunternehmer von Shimizu und Hazama Ando Steuern und Strafen für Steuerhinterziehung zurückzahlen sollten. Die Zahlungen hätten nach japanischem Gesetz als Einnahmen versteuert werden müssen. Mehrere betroffene Personen reichten bei Shimizu und Hazama Ando bereits den Rücktritt ein.

Bei den anderen beiden Fällen ermittelt noch die Steuerbehörde von Osaka und Sendai. Eine Stellungnahme wurde von den meisten Unternehmen abgelehnt. Nur Shimizu gab zu, dass es ein Fehlverhalten bei ihnen gab. Dabei wurde bestätigt, dass der betroffene Beamte bereits das Geld zurückgezahlt und gekündigt hat.

TAS

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