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Fall geht vor Supreme Court

Fluchthelfer von Ghosn versuchen Auslieferung nach Japan zu verhindern

Der ehemalige Nissan Chef, Carlos Ghosn, befindet sich bereits seit mehr als einem Jahr auf der Flucht vor der japanischen Justiz. Da er für Japan unerreichbar bleibt, wird nun gegen die Fluchthelfer vorgegangen. Zwei von ihnen sollen eigentlich nach Japan ausgeliefert werden, ihr Verteidigungsteam versucht das jedoch zu verhindern.

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Ende Januar hatte ein US-Gericht entschieden, dass zwei Männer wegen Beihilfe zur Flucht nach Japan ausgeliefert werden sollen. Vater und Sohn hatten ihre Beteiligung an der spektakulären Flucht von Ghosn zwar zugegeben, aber darauf hingewiesen, dass sie sich nach dem japanischen Gesetz nicht strafbar gemacht haben. Tatsächlich kann man nach dem derzeitigen Gesetz nicht zur Beihilfe bei Kautionsflucht belangt werden. Es wird deswegen davon ausgegangen, dass Japan die beiden Männer unter einem anderen Punkt anklagen wird.

Fluchthelfer fürchten Haft in Japan

Aus dem Grund versuchten sie gegen das Urteil vorzugehen, jedoch bisher ohne Erfolg. Am Donnerstag stimmte das Bundesgericht in Boston zu und bestätigte das Urteil. Das Anwaltsteam der beiden Männer reichte daraufhin eine Berufung beim Supreme Court ein.

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Die Verteidigung begründet, dass die Auslieferung nicht rechtens sei. Dazu wird argumentiert, dass durch die japanischen Behörden eine unangemessene Behandlung zu erwarten ist, die angeblich einer Folter gleichkommen soll. Weitere Kommentare zu der Berufung gab es nicht.

Ghosn macht Japan schwere Vorwürfe

Ghosn selbst gab nach seiner Flucht an, dass er in der Haft und von den Behörden ungerecht behandelt wurde. Ebenfalls wirft er Japan ein manipuliertes Justizministerium und eine Hexenjagd gegen ihn vor.

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Der ehemalige Chef von Nissan sollte in Japan wegen mehreren Punkten angeklagt werden, darunter der Missbrauch von Unternehmensmittel und Unterschlagung. Da Japan eine Flucht nach der Verhaftung Ghosn befürchtete, befand er sich sehr lange im Gewahrsam.

Als er dann doch auf Kaution freikam, nutzte er die Gelegenheit und flüchtete im Dezember 2019 kurz vor Beginn des Prozesses mit einem Flugzeug erst in die Türkei und dann in den Libanon, wo er bis heute lebt. Die beiden Amerikaner hatten bei der Flucht Ghosn in einer Kiste in Japan in einen Privatjet geschmuggelt und in die Türkei gebracht.

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