Forscher arbeiten an einem Geruchssensor für Erdrutsche

In den letzten Monaten forderten zahlreiche Erdrutsche, die durch Regen oder Erdbeben entstanden, viele Tote. Besonders die Präfektur Hiroshima beklagte während des Rekordregens mehrere Opfer. Ein Forschungsteam will deswegen nun etwas unternehmen und mit den Bewohnern ein Warnsystem entwickeln. Ein Geruchssensor soll die Menschen vor der tödlichen Gefahr warnen.

Professor Masahiro Nishi von der Hiroshima City University arbeitet an dem ungewöhnlichen Projekt. Er hofft, dass sie das Gerät noch dieses Jahr komplett entwickeln können. Der geplante Geruchssensor soll den erdigen Geruch registrieren, zu dem es kurz vor einem Erdrutsch kommt.

Professor Toshitaka Kamai ist Geologe am Disaster Prevention Research Institute der Universität Kyoto und kennt die bekannten Vorzeichen der Erdrutsche. Er kann bestätigen, dass es neben schlammigem Flusswasser vor den Schlammlawinen zu einem üblen Geruch kommt. Überlebende berichten laut Nobuhiro Atarashiki von dem merkwürdigen Geruch, der viele an faulige Erde erinnert. Atarashiki ist der Leiter der Vereinigung von freiwilligen Katastrophenschutzverbänden in Miiri, Asakita. Aufgrund der Berichte beschloss er bei den Forschungen zu helfen.

Anwohner sollen die Warnungen per Bluetooth erhalten

Obwohl der Gestank ein deutliches Warnzeichen ist, sind sich die Forscher nicht sicher, woher er kommt oder wie er entsteht. Deswegen nutzen die Wissenschaftler Sensoren, die eigentlich Gaslecks finden sollen. Mit einem Durchmesser von 1,5 Zentimetern sind sie äußerst klein und handlich. Neben Methan können sie andere Gerüche von Gasen wahrnehmen. Sobald der Sensor einen bestimmten Stoff registriert, sendet er ein Signal per Bluetoothfunktechnologie.

Das Signal wollen die Forscher anschließend auf Smartphones und Fernsehgeräte umleiten, um die Bewohner zu warnen. So erhalten die Menschen die lebenswichtigen Informationen selbst ohne Internet und mit zusammengebrochenen Telefonleitungen. Personen, die sich in den gefährdeten Bereichen befinden, können so wahrscheinlich rechtzeitig evakuiert werden.

Aktuell untersucht und sammelt das Forschungsteam verschiedene Geruchsdaten in den Gebieten. Da der Wind den Geruch beeinflusst, machen sie Versuche in mehreren Bereichen, um Gefahrenquellen genauer zu finden. Im September stellte Nishi zusätzlich mit Studenten einen Erdrutsch von Miiri im Labor nach. Sie sammelten dabei ebenfalls wichtige Informationen für die Forschungen.

Quelle: Mainichi Shimbun

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