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Forschungsteam gelingt Affenschwangerschaft nach Transplantation der Gebärmutter

Ein Forschungsteam aus Japan hat im letzten Jahr einem Javaneraffen die Gebärmutter eines anderen Javaneraffens transplantiert und meldet nun, dass dieser Affe mit der neuen Gebärmutter schwanger geworden ist.

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Die Forscher der Keio Universität empfingen letztes Jahr einen Javaneraffen, dessen Gebärmutter entfernt wurde und verpflanzten ihm eine andere Gebärmutter. Nachdem dann auch der Menstruationszyklus wieder begonnen hatte, erhielt der Affe im April 2018 eine befruchtete Eizelle und Spermien. Nun wurde festgestellt, dass der Primat schwanger ist.

Bereits zuvor war es dem Team gelungen, einem Javaneraffen die Gebärmutter zu entfernen und wieder einzusetzen, und auch diesen hinterher zu schwängern. In Japan gibt es zwischen 60.000 und 70.000 Patienten, die seit ihrer Geburt ihre Gebärmutter durch Krebsbehandlungen oder andere gesundheitliche Probleme verloren haben. Aus diesem Grund hoffen die Forscher, dass sie mit ihren Ergebnissen auch bald Menschen helfen können. In Japan wäre das in dem Falle die erste menschliche Gebärmuttertransplantation, in anderen Ländern brachten bereits 11 Frauen Kinder zur Welt, nachdem ihnen eine andere Gebärmutter transplantiert wurde.

Doch auch wenn es viele Frauen gibt, denen durch diese Methode geholfen werden könnte, selbst Kinder zu bekommen, gibt es noch Probleme. Denn Kritiker haben ethische Fragen und Sicherheitsbedenken über die Transplantation der Gebärmutter aufgeworfen. Die Gebärmutter zählt nicht als lebenserhaltendes Organ. Das Forschungsteam hat seine Ergebnisse während einem Treffen der Japan Society of Obstetrics and Gynecology in Sendai vorgestellt.

Die Javaneraffen sind auch als Langschwanzmakak oder Krabbenesser bekannt und zählen zur Gattung der Makaken innerhalb der Familie der Meerkatenverwandten. Sie leben vorwiegend in Südostasien, wobei sich ihr Verbreitungsgebiet von Myanmar und Thailand über Malaysia bis nach Indonesien, Osttimor und auf die Philippinen erstreckt. Zusätzlich wurden diese Primaten auch auf Mauritius, Angaur, Neuguinea und Hongkong eingeführt.

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Sie gelten laut der Global Invasive Species Database als eine der hundert schädlichsten invasiven Neobiota weltweit. Allerdings werden die Tiere weltweit für verschiedene Forschungs- und Laborarbeiten eingesetzt. Unter anderem werden sie bei Medikamententests, neurologischen Untersuchungen aber auch bei Untersuchungen über das Lernverhalten verwendet.

Bild: Commons Wikimedia

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