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Foto von erst jetzt identifiziertem Atombombenopfer eröffnet Hiroshima-Ausstellung

73 Jahre ist es her, dass auf Hiroshima die erste Atombombe in der Geschichte der Menschheit fiel und Hunderte Menschen innerhalb von Sekunden tötete. Heute erinnert noch das Hiroshima Peace Memorial Museum in der Stadt an das Grauen von damals. Eine Ausstellung zeigt seit Kurzem neue Exponate und Geschichten. Das Foto von einem Opfer, das erst jetzt identifiziert wurde, eröffnete den neuen Bereich.

Am Eingang der renovierten Ausstellung des Museums hängt ein riesiges schwarz-weiß Foto von einem verletzten zehnjährigen Mädchen im zerstörten Stadtzentrum. Die Aufnahme entstand nur drei Tage nach dem Abwurf, am 9. August 1945, und stammt von dem Reporter Yukio Kunihira der Mainichi Shimbun. Nach all der Zeit stellt sich nun heraus, dass es sich um Yukiko Fujii handelt. Ihr Sohn Tetsunobu Fujii identifizierte sie dabei mehr zufällig.

Mehr zum Thema:  Hiroshima Peace Memorial Museum nach Renovierung mit neuer Ausstellung eröffnet

Im August 2017 stieß er auf die Artikelreihe Hiroshima Atomic Bombing Archives der Mainichi Shimbun. Darunter befand sich das besagte Foto von dem Mädchen mit dem verletzten Arm und der Kopfwunde. Besonders der Arm fiel ihm dabei auf und er nahm Kontakt mit der Zeitung auf. Die wiederum beauftragte Professor Masatsugu Hashimoto, einen forensischen Zahnmediziner.

Nur 1,2 Kilometer vom Hypozentrum entfernt

Er untersuchte das Bild und ein Foto von Yukiko Fujii. Hashimoto stellte dabei fest, dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass es sich um dieselbe Person handelt. Da Tetsunobus Mutter nie über den Abwurf sprach, nutzte er die Gelegenheit nachzuforschen. Dank den Unterlagen der Radiation Effects Research Foundation fand er alte Dokumente und Arztberichte zu ihr.

Tetsunobu erfuhr, dass seine Mutter sich nur 1,2 Kilometer vom Hypozentrum zu Hause befand. Sie saß wohl auf einer Bank, als die Explosion sie erreichte. Die Bombe verbrannte ihren rechten Arm und verschüttete sie unter dem zweistöckigen Holzhaus. Wie durch ein Wunder konnte sie sich jedoch befreien und dem Flammenmeer in der Straße entkommen.

Mutter sprach nie über die Bombe

Sie erholte sich von ihren Verletzungen, heiratete später ihren Mann Yukiko und bekam drei Kinder. 1977 starb sie allerdings schon im Alter von 42 Jahre, ohne je mit Tetsunobu über das schreckliche Erlebnis gesprochen zu haben. Auch wenn seine Mutter sich nie wütend über das Ereignis äußerte, denkt Tetsunobu, dass sie auf verschiedene Arten ihr ganzes Leben lang litt.

Aus diesem Grund will er den Menschen zeigen, dass Atomwaffen den Menschen andauernde körperliche und seelische Schmerzen zufügen. Bei der Eröffnung der neuen Ausstellung am 25. April stand er lang vor dem Bild seiner Mutter. Er bedankt sich dabei bei ihr, dass sie ihn zur Welt brachte.

Quelle: MS

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