Stats

Anzeige
Home News Fragwürdige Firma nutzt Abes Hanami-Party, um Glaubwürdigkeit zu steigern

Fragwürdige Firma nutzt Abes Hanami-Party, um Glaubwürdigkeit zu steigern

Einladung war in Dokumenten für Kunden enthalten

Die Hanami-Partys, die Japans Premierminister Shinzo Abe organisierte, gerieten kürzlich stark in die Kritik. Es konnte nicht geklärt werden, wieso die Veranstaltungen immer teurer wurden und was mit dem Geld genau passierte. Außerdem warf die Gästeliste viele Fragen auf. Nun kam heraus, dass ein Unternehmen die Einladung sogar zu seinem Vorteil nutzte, um seinen Ruf zu verbessern.

Japan Life heißt das bankrotte Unternehmen, das aktuell von der Polizei untersucht wird. Sie stehen unter dem Verdacht, die Einladung zu der Hanami-Party genutzt zu haben, um die Glaubwürdigkeit gegenüber potenziellen Kunden zu erhöhen. Ursprünglich suchte die Firma nach Investoren für magnetische Medizinprodukte, die die Besitzer vermieteten, um Rendite für Investitionen zu bekommen.

Kunden klagen und fordern Entschädigung

Allerdings lief das Geschäft nicht gut und die Firma wurde bereits zweimal 2014 von der Verbraucherschutzbehörde aufgefordert, ihre Tätigkeiten zu verbessern. Das Unternehmen unter der Leitung von Takayoshi Yamaguchi wurde ermahnt, da es Unzulänglichkeiten in den Dokumenten für Transaktionen gab.

Mehr zum Thema: 
Betrugsmasche Furikome sagi in Japan weiter auf dem Vormarsch

Kurz darauf begann Yamaguchi laut einer Zeugin, die Einladung bei Kunden zu verwenden. Die selbstständige Frau aus Fukushima erinnerte sich an ein Verkaufstreffen, wo die Einladung zur Hanami-Party 2015 gezeigt wurde. Yamaguchi erklärte dabei stolz den anwesenden Personen, dass er mit dem Premierminister essen wird.

Laut der Frau glaubten die Teilnehmer des Gespräches ihm, dass er Kontakt zu mächtigen Politikern hat und zweifelten daran nie. Yamaguchi selbst hat an der Veranstaltung nie teilgenommen, da er auf Geschäftsreise war.

Die Frau aus Fukushima investierte zusammen mit ihrer Tochter um die 174.000 Euro in das Unternehmen. Bis jetzt erhielten sie allerdings nur eine Dividende von knapp 745 Euro. Aufgrund der zweifelhaften Taktik von Japan Life hat sich mittlerweile ein Anwalt eingeschaltet, der für eine Gruppe von Opfern steht.

Laut dem Anwalt Hideki Sugiura gaben die Geschädigten an, dass Beamte der Firma ihnen Dokumente zur Anwerbung gaben, in der sich eine Kopie der Einladung befand. Die Einladung wurde nach Sugiura genutzt, um das Vertrauen von möglichen Investoren zu gewinnen. Tatsächlich gingen einige den Vertrag wegen des Schreibens ein.

Partys werden noch untersucht

Zusätzlich zu den Dokumenten geriet Japan Life in Schwierigkeiten mit der Consumer Affairs Agency. Zwischen 2016 und 2017 erhielt das Unternehmen aufgrund von verschiedenen Rechtsverstößen vier separate Anträge, den Geschäftsbetrieb einzustellen. Schon Dezember 2017 war das Unternehmen so gut wie pleite, was dazu führte, dass verschiedene Anleger eine Klage einreichten und eine Entschädigung wegen ihrer Verluste forderten.

Zuletzt durchsuchte die Polizei 30 Standorte in Verbindung mit der Firma, darunter das Haus von Yamaguchi. Sie suchten dabei nach Hinweisen von Verstößen gegen das Specified Commercial Transactions Law. Es besteht der Verdacht, dass die Kunden nicht ausreichend informiert und aufgeklärt wurden.

Mittlerweile veröffentlichte der JCP-Abgeordnete Mikishi Daimon auf seinem offiziellen Twitter-Account die Papiere von Japan Life, die Investoren bei Verkaufsgesprächen erhielten. Die Kommunistische Partei Japans treibt aktiv die Untersuchungen zu den Hanami-Partys voran und ermittelt, wer alles Empfehlungen für Einladungen aussprach. Wie groß die Reichweite von den Einladungen ist, kann deswegen noch keiner sagen.

TAS

Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren:

Rolling Sushi - der Japan-Podcast

Rolling Sushi - Japan für die Ohren

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Cookie-Einstellung

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und Werbung einblenden zu können,verwenden wir Cookies. Datenschutz | Impressum

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutz.

Zurück