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Französisches Flair in den berühmten Yatai-Imbissbuden von Fukuoka –

Die Yatai, mobile Immbissbuden mit Open-Air-Charakter, sind in den letzten Jahren zum populärsten Wahrzeichen der Stadt Fukuoka in Japan geworden. Auch Remy Grenard aus Frankreich hat sich unter die Betreiber der Mini-Restaurants gemischt. Mit Gerichten wie Ramen Bouillabaise zaubert er japanische Gerichte mit französischem Touch.

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In Fukuoka findet man wohl die größte Vielfalt an Yatai in ganz Japan. Nicht zuletzt liegt das an der Vielfalt der verschiedenen Restaurants und Gerichte, aber auch am besonderen Charme der Imbissbuden. Seit 2001 dürfen auch Nicht-Japaner das Essen auf Rädern servieren. Einer von ihnen ist der Franzose Remy Grenard.

Jeden Abend gegen 17:30 Uhr erlebt man, wie sich Fukuoka blitzschnell zu einem Paradies kleiner Restaurants verwandelt. Eigentlich sind es eher viele kleine Anhänger mit einem Holzaufbau, die auf Parkplätzen und Stellplätzen in der ganzen Stadt öffnen – und bis in die Morgenstunden duftendes Essen anbieten. Diese Anhänger sind besser bekannt als Yatai (屋台), offene Imbissbuden, in denen in der Regel nur eine Handvoll Gäste Platz finden. Sie sind quasi die Definition von Streetfood in Japan. In Amerika kennt man die mobilen Imbissbuden in etwas größerer Form als Foodtrucks.

Diese Yatai und die Atmosphäre von abendlichem Essen und dem Beisammensitzen ist es, was die Japaner in Heerscharen anzieht. Im Gegensatz zu amerikanischen Foodtrucks, geht es auch nicht um schnelles Fastfood auf die Hand. Hier bleibt man sitzen und genießt zusammen das Essen. Und viel Platz, wie man sich denken kann, haben die kleinen Buden ohnehin nicht. Aber das ist wie gesagt das, was den Charme der Yatai ausmacht.

So beliebt wie heute waren die Yatai schon einmal, nämlich nach dem Zweiten Weltkrieg. Zu den Olympischen Spielen 1964 verschwanden die meisten dann wieder, weil man ihnen mangelnde Hygiene vorwarf und die Regierung die Auflagen für die Yatai-Restaurants verschärfte. Danach wurde es eine ziemlich lange Zeit still um die Essenswagen.

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In Fukuoka hielten sich die kleinen, fahrbaren Restaurants bis heute aber hartnäckig, was gar nicht mal so leicht ist. Denn eine andere Auflage besagt zum Beispiel, dass ein Yatai nur an ein Familienmitglied weitergegeben werden darf. Heute sind die Yatai-Stände von Fukuoka zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden und ziehen massig Besucher an.

Die angesprochene Vielfalt liegt aber nicht nur in der nationalen Küche, auch ausländische Betreiber haben dank einer Ausschreibung der begehrten Plätze in Fukuoka Fuß fassen können. Seit 2001 dürfen auch Gastronomen aus dem Ausland ein Yatai eröffnen.

Hauptsächlich steht die Küche immer noch auf klassischen Nudelsuppengerichten (Ramen). Doch Besitzer wie der Franzose Remy Grenard geben dem klassisch japanischem Gericht eine französische Note.

Da es mehr als nur schwer ist mit Japanern in Sachen Ramen zu konkurrieren, geht der Franzose in seinem Yatai Chez Remy etwas andere Wege. Er mischt die französische mit der japanischen Küche und kreiert dabei so ausgefallene Gerichte wie Ramen Bouillabaisse. Statt Char sui wird die Suppe hier mit Muscheln, Fisch, Garnelen und Kartoffeln gemacht. Als Basis dient eine klassische provençalische Suppe.

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Der französische Teil der Küche kommt auch Vegetariern entgegen. Die meisten Ramensuppen beinhalten nämlich in der Regel Fisch oder Fleisch. Wer es noch ausgefallener mag, oder eher typisch Französisch, für den ist auch etwas dabei. Remy Grenard, der im Übrigen ohne Probleme zwischen Französisch, Englisch und Japanisch wechseln kann, hat auch etwas für Feinschmecker. So gibt es in Butter gekochte Schnecken und das schon ab 700 Yen.

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