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Frau verklagt japanischen Krankenhausbetreiber, nachdem er ihre Geschlechtsangleichung öffentlich gemacht hat

Informationen an die Kollegen ohne Zustimmung weitergegeben

Eine Frau hat am Freitag den Betreiber eines Krankenhauses in Osaka verklagt, da ihr Chef ihren Kollegen mitgeteilt hatte, dass sie vor Jahren ihr Geschlecht gewechselt hat.

In der Schadensersatzklage gibt die Frau an, dass sie übermäßig unter emotionaler Belastung durch diese öffentliche Zurschaustellung leidet. Sie verklagt das Krankenhaus daher auf rund 12 Millionen Yen (ca. 102.312 Euro).

Chef gab Informationen an Kollegen weiter

Der Klage zufolge wurde sie als Mann geboren und unterzog sich im Alter von 20 Jahren einer Geschlechtsangleichung. 2004 änderte sie ihr Geschlecht offiziell im Familienregister.

Seit Oktober 2013 war sie im besagten Krankenhaus als Pflegehelferin tätig und wurde von ihrem Vorgesetzten aufgefordert, ihr Geschlecht, das sie bei der Geburt hatte, offenzulegen.

Obwohl sie ihrem Chef erklärte, dass es unnötig ist, ihm diese Information zu geben, weil sie ihr Geschlecht im Familienregister offiziell geändert habe, bestand er auf diese Information und teilte sie danach ihren Kollegen mit, ohne die Frau vorher zu fragen.

Dies führte dazu, dass sie von ihren Kollegen gemobbt wurde. Eine Kollegin sagte zu ihr, dass es ekelhaft sei, sich mit ihr im selben Raum umzuziehen, heißt es in der Klageschrift.

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Unfreiwillige Outings durch Dritte ein immer größeres Problem in Japan

Krankenhausbetreiber kam seiner Pflicht, die Frau zu schützen, nicht nach

Nach einigen Jahren des Mobbings versuchte sich die Frau im Februar dieses Jahres das Leben zu nehmen, was misslang. Der Selbstmordversuch führte allerdings zu schweren Verletzungen.

Die Frau gab an, dass der Krankenhausbetreiber seine Mitarbeiter nicht über den Umgang in so einer Situation aufgeklärt und somit gegen ein Gesetz verstoßen habe, das Unternehmen dazu verpflichtet, ein sicheres Arbeitsumfeld zu garantieren.

Der Krankenhausbetreiber sagte in einer Stellungnahme: „Wir möchten aufrichtig und angemessen antworten, nachdem wir die Klage geprüft haben.“

Outings ohne Zustimmung ein großes Problem in Japan

In Japan ist es seit vielen Jahren ein Problem, dass Details von Menschen ohne Zustimmung bekannt gegeben werden, die ihre Sexualität oder ihr Geschlecht betreffen.

Im Jahr 2015 erlitt ein Jurastudent einer japanischen Universität eine Panikattacke und starb, nachdem ein Mitstudent in einer Messaging-App mitgeteilt hatte, dass er homosexuell ist.

Seine Eltern verklagten daraufhin die Universität, doch die Klage wurde vom Bezirksgericht in Tokyo abgelehnt, da die Universität nicht für das Handeln des Studenten verantwortlich gemacht werden konnte.

Die Stadt Kunitachi, in der sich die Universität befindet, hat im April vergangenen Jahres eine Verordnung erlassen, in der es heißt, dass die sexuelle Orientierung oder die Geschlechtsidentität einer Person nicht gegen ihren Willen offengelegt werden darf.

Quelle: Kyodo

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