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Tokyo laufen die Helfer weg

Freiwillige der Olympischen Spiele bauen Druck aufs Organisationskomitee auf

Nachdem vor wenigen Tagen der Chef des Olympischen Organisationskomitees eine sexistische Bemerkung gemacht hat, sind immer noch die Auswirkungen des Skandals zu spüren. Unter anderem haben zahlreiche Freiwillige ihre Teilnahme zurückgezogen oder haben es vor.

Am Montag wurde bestätigt, das bereits 390 Freiwillige in den letzten Tagen zurückgetreten sind. Die Zahlen können dabei weiter steigen und das Organisationskomitee ist bemüht, sie zum Bleiben zu bewegen. Unter anderem schickten sie an alle eingetragenen Helfer eine E-Mail mit einer Erklärung und einer Entschuldigung.

Japan ist auf Freiwillige angewiesen

Als weitere Reaktionen haben unter anderen europäische Botschaften mit einer Twitter-Aktion protestiert. Zusätzlich haben ebenfalls zwei Fackelläufer ihre Teilnahme abgesagt. Dem hinzu kommen um die 350 verärgerte Anrufe und 4.200 E-Mails, die in den letzten fünf Tagen eingegangen sind.

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Der Chef des Organisationskomitees, Yoshiro Mori, entschuldigte sich bereits kurz nach dem Vorfall. Am letzten Donnerstag hatte er gesagt, dass Frauen zu viel reden und dadurch die Treffen immer in die Länge ziehen. Abschwächen konnte er die weltweite Empörung dadurch jedoch nicht und es wird weiterhin sein Rücktritt gefordert.

Dass nun so viele Freiwillige gehen, baut weiteren Druck auf das Komitee und die Politik auf. Für die Spiele werden mindestens 80.000 Freiwillige benötigt und jede Person, die nun fehlt, kann weitere Probleme verursachen. Toshihiro Nikai, Generalsekretär der regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP), glaubt jedoch, dass sich die Lage schnell wieder entspannen wird. Laut ihm werden Freiwillige ihre Meinung ändern, wenn der Skandal abschwächt.

Kommentar des Generalsekretärs der LDP sorgt ebenfalls für Kritik

Nikai möchte dazu, dass Mori nicht zurücktritt. Er habe bereits den Kommentar zurückgezogen, womit es angeblich kein Problem mehr gibt. Nun hoffe Nikai nur noch, dass Mori aufrichtig die Erwartungen der Bevölkerung erfühlt und seinen Job ordnungsgemäß umsetzt. Dazu soll Mori versprochen haben, dass er in der Zukunft vorsichtiger mit seinen Aussagen und Handlungen sein wird.

Nikai glaubt, dass viele nur spontan abgesagt haben, als sie von dem Vorfall erfuhren. Sollten laut ihm trotzdem viele Freiwillige fehlen, soll sich auf die Suche nach neuen gemacht werden. Mit dieser Aussage stieß Nikai auf starke Kritik und wurde am Freitag von Seiko Hashimoto gerügt.

Der Abgeordnete bezeichnet dabei die Angaben des Sekretärs als unangemessen. Die Freiwilligen würden nicht einfach zum Spaß gehen, sondern weil sie sich unwohl fühlen. Das hätte Nikai laut Hashimoto beachten und akzeptieren sollen.

Dazu kommt, dass zahlreiche weitere Freiwillige auf der offiziellen Webseite angeben, dass sie auch aus anderen Gründen gehen wollen. Unter anderem sind sie wegen der Pandemie verunsichert oder haben wegen der Verschiebung der Spiele die Motivation verloren.

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