Stats

Anzeige
Home News Fuji TV weist im Todesfall Hana Kimura die Schuld von sich

Untersuchungsbericht vom Sender bleibt fragwürdig

Fuji TV weist im Todesfall Hana Kimura die Schuld von sich

Im Mai nahm sich Profi-Wrestlerin und Realityshow-Star Hana Kimura im Alter von nur 22 Jahren das Leben. Grund dafür war wohl das extreme Cybermobbing, das sie durch ihr Mitwirken in der Realityshow Terrace House erfuhr. Dem Sender Fuji Television, der die Serie produziert, werden schwere Vorwürfe deswegen gemacht und eine Mitschuld gegeben. In einem Statement wiesen sie jedoch jede Verantwortung von sich.

Am Freitag gab Fuji Television bekannt, dass ihre Produktionsmitarbeiter der Serie das Mobbing von Kimura nicht vorhersahen. In dem offiziellen Untersuchungsbericht des Senders wird jedoch anerkannt, dass eine bestimmte Szene vermutlich Auslöser für die Hassbotschaften war.

Es gab angeblich keine Verhaltensanweisungen

In einer Folge im März wurde gezeigt, wie Kimura wütend mit einem Mitbewohner sprach, der eins ihrer Kostüme beim Waschen ruiniert hatte. Als Höhepunkt des Streits schlug die Sportlerin dem Mann die Mütze vom Kopf. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass sämtliche Szenen in der Serie vorab abgesprochen waren und mehrmals gedreht wurden.

Nach Aussagen von Kimuras Mutter soll das Produktionsteam versucht haben, ihre Tochter als aggressive Person darzustellen. In der besagten Szene sollte sie so eigentlich den Mitbewohner ins Gesicht schlagen. Kimura weigerte sich und wollte nicht als schlechter Mensch dargestellt werden. Von Produzenten wurde sie jedoch stetig unter Druck gesetzt, sodass sie zumindest dem Herunterschlagen der Mütze zustimmte.

Mehr zum Thema:
Hana Kimura's Mutter wendet sich an die Öffentlichkeit

Der Sender streitet allerdings weiter ab, dass sie die Darsteller zu irgendwelchen Szenen zwangen oder sie zu bestimmten Handlungen anwiesen. Es soll deswegen nie die Aufforderung gegeben haben sich für die Kamera zu verstellen oder bestimmte Beziehungen aufzubauen.

Mutter zweifelt den Bericht an

Das Produktionsteam wusste laut dem Bericht von dem selbstverletzendem Verhalten von Kimura, zu dem es nach Beginn des Mobbings kam. Mitarbeiter hatten sich mehrmals mit Kimura getroffen und ihr empfohlen keine sozialen Medien mehr zu nutzen und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Tatsächlich hatte sich Kimura eine Weile online zurückgezogen. Sie wurde dann jedoch von ihrer Wrestling-Agentur darum gebeten, ihre Accounts wieder zu nutzen, um trotz Covid-19 für den Sport zu werben.

Kimuras Mutter zeigte sich von dem Untersuchungsbericht nicht überzeugt. Ähnliche Fälle, die in Verbindung mit der Show standen, gab es bereits in der Vergangenheit. Das Produktionsteam hätte deswegen sehr wohl mit solchen Reaktionen rechnen können. Sie wirft aus diesem Grund dem Sender vor, dass die Untersuchung nicht unparteiisch sei.

Bereits im Juli reichte die Mutter, die eine ehemalige Wrestlerin ist, bei der Broadcasting Ethics & Program Improvement Organization eine Beschwerde gegen die Show und den Sender ein. Die Produktion habe die Menschenrechte ihrer Tochter verletzt. Sie fordert die objektive Wahrheit in dem Todesfall und dass die Verantwortung übernommen wird. Aufgrund des Todesfalls und der massiven Kritik wurde Terrace House bereits abgesetzt.

Kyodo

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren:

1 Kommentar

  1. Wieso überrascht mich das jetzt nicht?
    Klar, niemand will die Verantwortung tragen. Der Sender will jetzt nicht in ein schlechtes Licht gerückt werden, deswegen wird jetzt alles getan, um die Schuld von sich zu weisen. Aber in meinen Augen ein recht kläglicher Versuch. Das Fernsehen ist heutzutage an vielen Dingen schuld. Verblödung ist nur eines davon.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Anzeige