Stats

Anzeige
Home News Fukushima Kernkraftwerk ist schlimmer verstrahlt als angenommen

Strahlenwerte sind absolut tödlich

Fukushima Kernkraftwerk ist schlimmer verstrahlt als angenommen

Seit Jahren arbeitet Japan daran, das zerstörte Kernkraftwerk Fukushima Daiichi abzubauen. Es wurde sich dabei zuletzt darüber gefreut, dass die Strahlenwerte zurückgegangen sind. Nun folgte die Ernüchterung. Die radioaktive Strahlung soll nämlich deutlich höher sein als bisher angenommen.

Die Nuclear Regulation Authority (NRA) gab an, dass in den Reaktorgebäuden die Strahlung sehr hoch ist und stufte sie als extrem schwerwiegende Herausforderung für die Beseitigung ein. Bei der letzten Messung im September, der Ersten seit fünf Jahren, wurden zehn Sieverts pro Stunde geschätzt. Betreiber Tokyo Electric Power Co. hatte selbst zuvor außergewöhnliche Strahlenwerte gefunden.

Strahlenwerte sind lebensgefährlich

Es handelt sich bei der Dosis um eine Menge, die nach einer Stunde definitiv tödlich ist. Besonders an dem Abschirmstopfen der Sicherheitsbehälter von Reaktor Nummer zwei und drei sitzt eine große Ansammlung an radioaktiven Materialien.

Mehr zum Thema:  Japan bezahlt Personen, die in die Nähe vom Fukushima Kernkraftwerk ziehen

20 bis 40 Petabecquerel an Cäsium 137 wurden zwischen der ersten und der mittleren Schicht des Stopfen von Reaktor zwei geschätzt. Bei Reaktor drei wurden hingegen Oetabecquerel festgestellt. Es wird damit den Arbeitern an dem Schutzschild besonders schwer gemacht den Stopfen zu bewegen, ohne sich in Lebensgefahr zu begeben.

Toyoshi Fuketa, Vorsitzender der NRA, erklärte dazu, dass auch aus Sicht der Beseitigung des Atommülls der Schwierigkeitsgrad enorm angehoben wurde. Die Reste liegen wohl an einer erhöhten Stelle, was laut ihm starke Auswirkungen auf den Stilllegungsprozess haben wird.

Abschirmstopfen ist beschädigt

Der Stopfen selbst ist aus Stahlbeton und hat einen Durchmesser von 12 Metern. Er liegt wie ein Deckel über dem Sicherheitsbehälter auf dem obersten Stockwerk der Reaktorgebäuden und besitzt eine dreischichtige Struktur, wobei jede Schicht um die 60 Zentimeter dick ist. Er soll verhindern, dass Strahlung austritt.

Normalerweise wird dieser Stopfen entfernt, wenn Arbeiter Kernbrennstoff austauschen müssen und einen Zugang zum Inneren des Sicherheitsbehälters benötigen. Nun dient er jedoch als direkter Schirm vor dem Atommüll in dem Gebäude.

Bei Reaktor eins ist er zusätzlich beim Gau verrutscht und wurde bei der Explosion beschädigt. Aus dem Grund dringt aus dem Reaktor Cäsiums 137 und das radioaktive Material direkt an dem Deckel soll 0,16 Petabecquerel betragen. Damit es ist weniger als bei Reaktor zwei und eins, die weiter als relativ sicher gelten.

Arbeiten an Fukushima Daiichi werden sich wohl weiter verzögern

Die hohen Werte sind demnach allgemein eine Herausforderung der Stilllegung und der Abbau wird nur noch weiter erschwert. Damit wird auch die Frage aufgeworfen, ob der Arbeitsplan von Betreiber TEPCO neu ausgearbeitet wird.

Das Unternehmen hatte bereits am 24. Dezember bestätigt, dass sie die Beseitigung des Atommülls auf mindestens 2022 verschieben. Eigentlich sollte schon 2021 mit den Arbeiten begonnen werden, aufgrund der Pandemie kam es jedoch zu Verspätungen, die den eigentlichen Arbeitsplan durcheinander brachten.

Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren