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Fußballerin outet sich für die Sichtbarkeit von LGBT-Sportlern bei den Olympischen Spielen

Viele Sportler bereiten sich schon jetzt auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokyo vor. Einige von ihnen hoffen jedoch nicht nur auf Medaillen, sondern gleichermaßen auf Akzeptanz. Denn immer noch müssen nicht heterosexuelle Sportler mit Problemen und Vorurteilen kämpfen. Eine japanische Fußballspielerin outete sich nun öffentlich, um für mehr Sichtbarkeit zu sorgen und andere LGBT-Sportler zu motivieren, sich ebenfalls zu outen.

Die Fußballspielerin Shiho Shimoyamada, die für den SV Meppen in der 2. Fußballbundesliga spielt, entschied sich für den mutigen Schritt. Sie hofft, mit ihrer Entscheidung sexuelle Minderheiten im japanischen Sport zu normalisieren, bevor es zu den Spielen kommt. Es sei ermutigend, dass die Betroffenen viele Gleichgesinnte finden, wenn sie sich zum Outing trauen und dass Sport mehr Spaß macht, wenn das Team Bescheid weiß.

Japan selbst plant, die Spiele als eine Veranstaltung mit Vielfalt zu präsentieren. Die Organisatoren motivieren deswegen LGBT-Menschen, Sport zu betreiben und an den Spielen teilzunehmen. Shimoyamada stellte jedoch fest, dass die Maßnahmen dazu nichts brachten. Sie begründet das Scheitern damit, dass es einfach keine Vorbilder gibt. Sie entschied sich deswegen, sich als LGBT-Athletin zu zeigen, um eine starke Message zu senden.

Kaum LGBT-Sportler leben geoutet

Zusammen mit dem Pride House Tokyo nahm Shimoyamada schon im Januar eine Videobotschaft auf, in der sie über ihre Geschichte und Gefühle spricht. Sie erklärt darin, wie sie in der Highschool ihre erste lesbische Beziehung hatte und dass es im Frauenfußball Gleichgesinnte gibt. Trotzdem hielt sie ihr wahres Ich lange geheim. Ihre engen Freunde wissen Bescheid und akzeptieren sie so, wie sie ist.

Shimoyamadas Freunde halfen ihr dabei, sich zu akzeptieren und im Team zu bleiben, was sie sehr erleichterte. Ihre Teamkameraden gaben ihr ebenfalls zu verstehen, dass sie Homosexuelle akzeptieren und kein Problem mit ihnen haben. Sie betrachten eine LGBT-Spielerin nicht als besonders und behandeln sie wie jedes andere Mitglied. Die Videonachricht erscheint im April öffentlich auf der Seite von Pride House Tokyo.

Mittlerweile gibt es eine Antidiskriminierungsklausel für sexuelle Orientierung in der Olympischen Charta. Seit 2014 ist es nicht mehr erlaubt LGBT-Sportler zu diskriminieren, benachteiligen oder anderweitig negativ zu behandeln. Viele Länder reagierten auf die Reglung und stellten Verbände auf, die mit Richtlinien LGBT-Sportler bei der Teilnahme bei den Spielen unterstützen. Doch viele trauen sich immer noch nicht sich zu outen. 2016 nahmen insgesamt nur 56 geoutete Sportler von 11.238 Teilnehmern an den Spielen teil.

Fördernde Events in Tokyo geplant

Japan besitzt allerdings noch keinen einzigen Verband und sexuelle Minderheiten als Sportler gelten als praktisch unsichtbar. Pride House, gegründet von der lokalen LGBT-Gemeinde, ist die einzige Organisation, die dem nachkommt. Seit 2010 ist die Einrichtung für Interaktionen bei den Spielen da. Als es feststand, dass Tokyo die Spieler erhält, gründeten 20 gemeinnützige Organisationen und Bürgergruppen das Pride House Tokyo.

Zu den Olympischen Spielen plant die Organisation erneut eine Einrichtung für den internationalen Austausch. Diesen Mai soll dazu in Tokyo ein Sport-Event stattfinden, das LGBT-Sportler zur Teilnahme motivieren soll. Zahlreiche berühmte Sportler unterstützen Pride House Tokyo – darunter die Fußballspielerin Yuki Nagasato, die 2011 die WM gewann, und die zweimalige Marathon-Olympiasiegerin Yuko Arimori. Die Zentralregierung hingegen arbeitet nicht mit der Gruppe zusammen.

Quelle: Asahi Shimbun

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