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Die Unterkunft bezeichnet sich selbst als nur für unentspannte Gäste geeignet

Gasthaus in Hiroshima überrascht Besucher mit Kunst aus Waffen und Munition

Die Stadt Onomichi liegt auf einer abgelegenen Insel, die zur Präfektur Hiroshima gehört. Um trotzdem Besucher auf das Eiland zu locken, eröffnete dort ein Gasthaus, das mit außergewöhnlicher zeitgenössischer Kunst die Gäste überrascht. Die Kunstwerke bestehen aus Waffen und alter Munition. Deswegen sei es nach eigenen Angaben nur für unentspannte Besucher geeignet.

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Das Gasthaus arbeitete mit den bekannten Künstlern Chu Enoki, Yukinori Yanagi und Noriyuki Haraguchi zusammen, die dort jetzt ihre Kunst präsentieren. Die Materialien für die Kunstwerke bestehen aus echten japanischen Schwertern und gebrauchten Patronenhülsen. Ein weiteres Highlight im Hotel ist eine kesselförmige Badewanne, die traditionell mit Feuerholz beheizt wird. Darin sollen sich die Gäste fühlen, wie Goemon Ishikawa, ein legendärer Dieb aus dem 16. Jahrhundert, der auf besondere Art und Weise hingerichtet wurde. Der Legende nach soll er bei lebendigem Leibe gekocht worden sein.

Zeitgenössische Kunst für Betrachter mit starken Nerven

Chu Enoki verwendet für seine Kunstwerke Gewehre und Kanonen. Einer seiner Beiträge für die Unterkunft besteht aus drei Tonnen gebrauchter Patronen- und Granatenhülsen, die in einem Tatami-Zimmer im Erdgeschoss des Goemon-Hauses aufgebaut sind. Außerdem steuerte der Künstler eine Nachbildung eines AK-47 Kalaschnikow-Sturmgewehrs bei, die direkt an der Tür hängt.

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Yukinori Yanagi stellt in dem Haus ein Schwert aus, in das die Worte des Artikel 9 der japanischen Verfassung eingraviert sind, die den Krieg in jeder Form ablehnt. Noriyuki Haraguchis Werk „Die Beziehung zwischen Segeltuch und Seilen“ ist so groß, dass es in einem anderen Gebäude untergebracht werden musste, das für die Gäste aber zugänglich ist. Für alle Räume, in denen die Kunstwerke bewundert werden können, gelten spezielle Sicherungsvorkehrungen.

Moderne Kunst
Waffen-Kunst mal anders Bild: Mainichi

Goemon-Gasthaus für besondere Besucher

Das Gasthaus ist unter der Anschrift Otsu 1731-Goemon-House zu finden und wird von der gemeinnützigen Organisation Art Base Momoshima betrieben. Das zweistöckige Holzhaus in Onomichi ist 65 Jahre alt und in dreijähriger Arbeit aufwendig restauriert worden. Aktuell ist das Gasthaus nur am Samstag geöffnet und bietet Platz für bis zu vier Personen. Eine Übernachtung kostet 33.000 Yen (circa 245 Euro) pro Person. Reservierung können nur telefonisch vorgenommen werden.

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Das kesselförmige Bad hat einen Durchmesser von 1,6 Metern und bietet Platz für bis zu vier Personen. Zu einer Übernachtung gehören zwei Mahlzeiten. Beim Abendessen können die Gäste ein Gericht genießen, das von Goemon Ishikawas letzter Mahlzeit auf dieser Welt inspiriert wurde. Allen Gästen soll so die Möglichkeit gegeben werden, vollkommen in die außergewöhnliche Kunst und Atmosphäre des Ortes einzutauchen.

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