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HomeNachrichten aus JapanGehälter in Japan können bald digital ausgezahlt werden

Gewerkschaft und Arbeitgeber einigen sich auf Rahmenbedingungen

Gehälter in Japan können bald digital ausgezahlt werden

In Japan können Unternehmen Gehälter bald über PayPay und anderen bargeldlosen Zahlungsdienstleistern auszahlen. Ein Gremium aus Vertretern von Gewerkschaften und Arbeitgebern haben sich auf einer Sitzung weitgehend darauf verständigt, alternative Auszahlungsmöglichkeiten zuzulassen.

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Noch ist der Plan allerdings nicht vollständig ausgearbeitet und Yuko Tomitaka, Leiterin der Abteilung für allgemeine Politikförderung beim japanischen Gewerkschaftsbund Rengo, sagte, dass noch einige Diskussionen erforderlich sein werden.

Digitale Gehälter bieten einige Vorteile

„Die Gehälter sind die Grundlage für das Leben der Arbeitnehmer und deshalb müssen ihre Sicherheit und Gewissheit gewährleistet sein“, so Tomitaka. „Wir können nicht einfach etwas mit fragwürdiger Sicherheit akzeptieren, nur weil es bequem ist“.

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Der Plan sieht vor, dass Unternehmen die Gehälter auf jedes Konto bei einem bargeldlosen Zahlungsdienstleister überweisen können.

Es sollen allerdings nur bis zu 1 Million Yen überwiesen werden dürfen, alles darüber wird auf dem üblichen Weg, also Bar oder an das Bankkonto, ausgezahlt werden.

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Der Vorteil besteht insbesondere bei ausländischen Arbeitnehmern, die Geld zu deutlich niedrigeren Gebühren als eine Bank berechnet, in ihre Heimatländer schicken können.

Schutz vor Missbrauch geplant

Kritiker argumentieren, dass Arbeitnehmer, die ihr Gehalt digital erhalten, Gefahr laufen, ihr Geld zu verlieren, wenn ein Betreiber in Konkurs geht oder ihr digitales Konto gehackt wird.

Um diesem Risiko vorzubeugen, wird das Arbeitsministerium ein System einrichten, das in der Regel alle verlorenen Gelder unter solchen Umständen entschädigt. Im Rahmen dieses Systems könnten die digitalen Zahlungsdienstleister verpflichtet werden, eine Garantie zu hinterlegen, um die Arbeitnehmer zu entschädigen, falls Probleme auftreten.

Die japanische Regierung könnte die entsprechenden Gesetze oder Verordnungen bis zum Ende dieses Haushaltsjahres ändern.

Japans Arbeitgebergesetz schreibt es vor, dass Arbeitnehmer ihre Gehälter in bar ausgezahlt bekommen müssen. Nur in Ausnahmefällen dürfen sie auf ein Bankkonto überwiesen werden.

Nur mit Einverständnis des Arbeitnehmers

In Japan sind aktuell 85 digitale Zahlungsdienstleister registriert, das Finanzministerium plant nun für diejenigen, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen, die Möglichkeit für eine Zertifizierung, damit Gehälter dorthin überwiesen werden können.

Unternehmen müssen mit den Gewerkschaften eine Vereinbarung treffen, die den Kreis der Arbeitnehmer und der Zahlungsdienstleister festlegt, um die Gehälter dorthin zu überweisen. Ein Arbeitnehmer kann sich dann aussuchen, wie er sein Geld erhalten möchte.

Um zu verhindern, dass Unternehmen Löhne gegen den Willen ihrer Mitarbeiter digital auszahlen, müssen die Mitarbeiter eine schriftliche Zustimmung vorlegen.

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