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Fehlende Daten und Erfahrungen erschweren die Erstellung eines Evakuierungsplans

Gemeinden um Japans aktive Vulkane herum haben kaum Notfallpläne

Auch fünf Jahre nach dem Ausbruch des Vulksans Ontake haben viele Gemeinden in der Nähe von aktiven Vulkanen keine Notfallpläne.

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Laut des japanischen Kabinetts haben nur 105 der insgesamt 190 Städte und Dörfer in der Nähe der 49 aktiven Vulkane in Japan einen Evakuierungsplan erstellt. Eigentlich sind solche Pläne gesetzlich vorgeschrieben, seitdem es 2015 zum schlimmsten Vulkanausbruch nach dem Zweiten Weltkrieg in Japan gekommen ist.

Kaum Daten für Evakuierungspläne vorhanden

2014 brach der 3.067 Meter hohe Berg Ontake aus, ohne das es vorher messbare Anzeichen gegeben hat. Durch den Ausbruch sind 58 Menschen getötet worden, fünf weitere werden noch immer vermisst. Kurz danach hatte die japanische Regierung festgelegt, dass alle Gemeinden in der Nähe von aktiven Vulkanen Evakuierungspläne auf der Grundlage von Gefahrenkarten und Katastrophenszenarien zu erstellen haben.

Da es allerdings an Daten von früheren Eruptionen mangelt, haben die Gemeinden Probleme mit der Ausarbeitung der Pläne. Drei Gemeinden in der Nähe von Midagahara, einem Vulkan in der Präfektur Toyama im Tateyama-Gebirge, wollen ihre Evakuierungspläne bis Ende März nächsten Jahres zusammenstellen.

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Ein Beamter der Präfektur Toyama sagte jedoch: „Uns fehlen Daten und Erfahrungen. Die Geländeeigenschaften unterscheiden sich je nach Gebiet, sodass wir keinen Plan erstellen können, der für alle geeignet ist.“ Der Vulkan Midagahara ist zuletzt 1836 ausgebrochen.

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Von 30 Gemeinden in den Präfekturen Aomori, Akita und Iwate in der Nähe von Towada, einem vulkanischen Gebiet im Nordosten Japans, haben nur fünf ihre Evakuierungspläne abgeschlossen.

„Der letzte Vulkanausbruch ereignete sich vor mehr als 1.000 Jahren und es ist schwierig einzuschätzen, wie dringend es ist, einen Evakuierungsplan zu erstellen“ so ein Beamter.

Ein Dorf in der Nähe eines anderen Vulkans hat nur einen Beamten, der für Katastrophenpläne verantwortlich ist. „Maßnahmen gegen häufige Überschwemmungen und Erdrutsche haben Vorrang vor vulkanischen Aktivitäten.“

Präfekturen arbeiten mit Bergrettern und Bergführern zusammen

Andere Präfekturen haben mit Bergrettern und Bergführern zusammengearbeitet, um im Notfall gerüstet zu sein. Die Stadt Nasu in der Präfektur Tochigi liegt am Fuße des Berges Nasu, nördlich von Tokyo. Die Stadt entwarf einen Evakuierungsplan in Zusammenarbeit mit örtlichen Rettungskräften. Eine Rettungsroute bergab für Evakuierungen, eine Alternative zur üblichen Wanderroute, wurde aufgrund der Beratung der Rettungskräfte in den Plan aufgenommen.

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Die Stadt Beppu im Südwesten Japans (Präfektur Oita) hat Flugblätter an Touristenattraktionen verteilt, um die Besucher über Besonderheiten des Berges zu informieren.

Die Zahl der Zufluchtsorte für Wanderer ist nach Angaben der Feuerwehr und Katastrophenschutzbehörde mit 195 in der Nähe von 28 Vulkanen seit 2018 gestiegen.

MA

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