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Shoko Asahara wurde schon letztes Jahr hingerichtet

Gericht soll entscheiden, wer die Überreste von Sektenführer Shoko Asahara erhält

Letztes Jahr ließ Japan nach mehr als zwei Jahrzehnten den ehemaligen Sektenführer Shoko Asahara hinrichten. Die Opfer seiner Anschläge und ihre Hinterbliebenen konnten endlich aufatmen. Für die Regierung ging hingegen erst die Arbeit los. Zahlreiche Personen erhoben nämlich Anspruch auf die Überreste des Toten. Nun soll wohl ein Gericht entscheiden, wer die Asche erhält.

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Schon letztes Jahr habe laut Quellen die fünfte Tochter von Asahara einen Antrag beim Tokyo Familiengericht gestellt. Das Gericht soll entscheiden, wer die Überreste bekommt, wobei sie selbst Anspruch erhebt. Sie will die Asche von ihm erhalten, da es sein letzter Wunsch war, dass sie an sie geht.

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Behalten will sie die Überreste jedoch nicht. Schon kurz nach der Hinrichtung ihres Vaters gab sie an, dass sie die Asche in den Pazifischen Ozean schütten will. Sie befürchtet nämlich, dass wenn sie die Urne vergräbt, Anhänger der Sekte den Ort als heilige Stätte besuchen. Indem sie die Asche entsorgt, will sie die Verehrung ihres Vaters vermeiden.

Regierung weiß selbst nicht wohin mit Asahara

Neben der Asche bemüht sich die Tochter ebenfalls um die Besitztümer von Asahara. Sie will damit gleichermaßen eine Verehrung und Ausbeutung vermeiden. Andere Familienmitglieder sind jedoch mit ihren Forderungen nicht einverstanden. Sie selbst wollen die Überreste für sich beanspruchen, genauso wie die privaten Gegenstände.

Die Regierung beobachtet die Ansprüche mit großer Vorsicht. Sie befürchtet eine Verehrung der Asche als heiliges Objekt, wenn sie in die falschen Hände gerät. Aktuell befindet sich die Urne mit den Überresten aufgrund des Streites immer noch in den Händen der Regierung. Genau bewahren sie sie angeblich im Tokyo Detention House auf, wo Asahara inhaftiert war und hingerichtet wurde.

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Shoko Asahara ist der Gründer der Aum Shinrikyo Sekte. 1995 führten Mitglieder in seinem Namen den tödlichsten Terroranschlag in der Geschichte Japans aus. Sie setzten in der Tokyo Metro Sarin frei und töteten 13 Personen und verletzten Hunderte weitere. Zuvor gab es bereits einen Anschlag auf einen Richter, bei dem sieben Personen starben. Obwohl Asahara bei keiner Tat dabei war, sprach ihn das Gericht schuldig und verurteilte ihn zusammen mit beteiligten Sektenmitgliedern zum Tode. Alle 12 Mitglieder und Asahara starben letztes Jahr durch den Strang.

Quelle: NHK

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