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HomeNachrichten aus JapanGericht stoppt japanisches Atomkraftwerk

Umliegende Gemeinden haben unzureichende Evakuierungspläne

Gericht stoppt japanisches Atomkraftwerk

Der District Court in Mito hat am Donnerstag angeordnet, dass das Atomkraftwerk Tokai Nr. 2 stillgelegt werden muss, da es auch 10 Jahre nach der Nuklearkatastrophe in Fukushima Daiichi in den umliegenden Präfekturen keine Evakuierungspläne gibt.

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Die Entscheidung ist die Zweite in Japan, die dazu führt, dass ein Kraftwerk stillgelegt wird. Ein Gericht in Fukui entscheid bereist 2014, dass im Werk Oi zwei Reaktoren abgeschaltet werden müssen.

Atomkraftwerk soll seit 2018 wieder in den Betrieb genommen werden

Das Atomkraftwerk Tokai Nr. 2 in der Präfektur Ibaraki, dass 1978 seinen Betrieb aufnahm, wurde von Japan Atomic Power Co. abgeschaltet, um die von der japanischen Regierung festgelegten strengeren Vorschriften zu erfüllen, die nach der Katastrophe in Fukushima im Land eingeführt wurden.

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Das Unternehmen versuchte das Atomkraftwerk Tokai wieder in Betrieb zu nehmen, nachdem die Atomaufsichtsbehörde 2018 eine Genehmigung für die Verlängerung des Betriebs erhalten hatte.

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Bei der Urteilsverkündung sagte die Vorsitzende Richterin Eiko Maeda, dass die Situation so ist, dass man nicht sagen kann, dass es Evakuierungspläne und ein System zur Reduzierung des Katastrophenrisikos gibt.

Geklagt hatten Einwohner aus Ibaraki und umliegenden Präfekturen. Insgesamt leben im Umkreis von 30 Kilometer um die Anlage etwa 940.000 Menschen, so viele wie bei keinem anderen Atomkraftwerk in Japan.

Umliegenden Gemeinden haben keine ausreichenden Sicherheitspläne

Die Richterin wies darauf hin, dass nur fünf der 14 Gemeinden innerhalb dieses Radius, Evakuierungspläne für den Fall einer Katastrophe haben und diese nicht sicher genug sind.

„Die derzeitige Situation stellt eine konkrete Gefahr dar, die die Persönlichkeitsrechte“ der Anwohner verletzen könnte“, so die Richterin.

Gleichzeitig fand das Gericht jedoch keine Probleme bei der Einschätzung der Gefahr eines Tsunami für das Atomkraftwerk, sowie der Erdbebensicherheit des Gebäudes.

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