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HomeNachrichten aus JapanGerichtsverfahren gegen Führungskräfte von TEPCO stehen kurz vor dem Abschluss

Keine guten Aussichten auf eine Verurteilung

Gerichtsverfahren gegen Führungskräfte von TEPCO stehen kurz vor dem Abschluss

Das Gericht in Tokyo wird in dieser Woche ein Urteil darüber fällen, ob drei Führungskräfte von Tokyo Electric Power Co (TEPCO) für die Fukushima-Katastrophe 2011 verantwortlich sind.

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Der Prozess begann im Juni 2017 mit zwei vom Staat bestellten Anwälten, nachdem die Staatsanwaltschaft beschlossen hatte, keine Anklage gegen die Führungskräfte von TEPCO zu erheben.

Angeklagte bekannten sich nicht schuldig

Der frühere Vorsitzende des Unternehmens und zwei ehemaligen Führungskräfte entschuldigen sich bei der ersten Anhörung vor dem Bezirksgericht in Tokyo dafür, bekannten sich allerdings für nicht schuldig.

Das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi wurde im März 2011 von einem Erdbeben der Stärke 9,0 und einem Tsunami getroffen, was eine Reaktorschmelze auslöste und dazu führte, dass die Region Fukushima teilweise evakuiert werden musste.

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Die Anwälte gaben an, dass die drei Führungskräfte Zugang zu Daten und Studien hatten, die das Risiko eines Tsunamis von mehr als 20 Metern Höhe voraussagten und infolgedessen es zu einer nuklearen Katastrophe kommen kann.

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Die Verteidigung argumentierten jedoch, dass diese Einschätzung nicht gut begründet wurde und selbst Experten sich uneinig waren.

Aussicht auf eine Verurteilung sehr gering

Die TEPCO-Mitarbeiter sind die ersten Personen, die wegen der Atomkatastrophe in Fukushima strafrechtlich verfolgt werden. Die Staatsanwaltschaft hatte sich geweigert Anklage zu erheben und unzureichende Beweise angeführt. Ein ziviles Justizgremium stimmte jedoch zweimal dafür, die drei Personen anzuklagen.

Experten gehen jedoch davon aus, dass es keine Verurteilung geben wird, da die Beweislage sehr dünn ist.

Bürger-Justiz-Panels, die per Lotterie ausgewählt werden, sind ein selten genutztes Merkmal des japanischen Rechtssystems, das nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführt wurde, um bürokratische Übergriffe einzudämmen.

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Von den Panels eingereichte Anklagen haben jedoch eine geringe Verurteilungsrate.

Die japanische Regierung schätzte im Jahr 2016 die Gesamtkosten für den Rückbau des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi, die Dekontamination der betroffenen Gebiete und die Zahlung einer Entschädigung auf rund 200 Milliarden US-Dollar.

Update: Das Urteil wurde bereits gefällt und die drei Angeklagten freigesprochen.

Quelle: JT

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