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Mehr als 40 Jahre Leben in der Wildnis

Geschichte von Japans „Höhlenmensch“ findet ein Happy End

Wenn Kinder zu Hause misshandelt werden, entscheiden sie sich oft dazu, wegzulaufen. Auch Kazuma Kamura flüchtete vor seinen Eltern und entschied sich dazu, in der Wildnis zu leben. Die Geschichte des modernen „Höhlenmenschen“ hat allerdings ein gutes Ende gefunden.

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Kamura rannte von seinem Zuhause in Gunma weg, als er im ersten Jahr der Junior High School war. Drei Jahre lang lebte er mit seinem Hund in einer Berghöhle, die zur Ashio Kupfermine in Nikko, Tochigi, gehört. Die Höhle liegt etwa 40 Kilometer von seinem Elternhaus entfernt.

Mehr als 40 Jahre in der Wildnis

Die Geschichte endet hier jedoch nicht. Denn Kamure kämpfte seitdem mehr als 43 Jahre lang um sein Überleben in der Wildnis. Nachdem sein Hund nach drei Jahren gestorben war, reiste er durch die Natur der Präfekturen Niigata, Fukushima und Ibaraki. Er überlebte, indem er Wildgemüse, Kräuter und Fisch verkaufte.

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Deprimiert wollte er im berüchtigten Aokigahara Wald in Yamanashi Selbstmord begehen, entschied sich dann Vorort dann aber um. 2003 wurde er festgenommen, weil er versuchte, einen Verkaufsautomaten aufzubrechen, der ihm seine Münze nicht zurückgab. Der Fall sorgte für landesweite Schlagzeilen und erbrachte Kamura den Spitznamen „Dokutsu Ojisan“ (Höhlenmensch).

Die Verhaftung hatte jedoch auch etwas Gutes für ihn. Nachdem er eine Bewährungsstrafe erhalten hatte, erhielt er zahlreiche Hilfsangebote, und er versprach, das Leben in den Bergen aufzugeben. Kurze Zeit später meldete sich sogar einer seiner jüngeren Brüder und half ihm zurück ins Leben.

Ein Happy End für Japans „Höhlenmenschen“

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Heute ist Kamura 75 Jahre alt und hat wieder ein Zuhause sowie einen Job. Als Angestellter arbeitet er in einer Hilfseinrichtung für behinderte Menschen in Kiryu. Zwar hatte er zuerst Schwierigkeiten, sich ans neue Leben anzupassen, da er Menschen immer noch misstraute und oft wollte er wieder weglaufen.

Mittlerweile steht er aber wieder mit beiden Beinen und einem Lächeln im Leben, auch wenn er ab und zu das Leben in der Höhle vermisst. 2004 erschien seine Autobiografie und 2021 das Kinderbuch „Dokutsu Shonen to Inu no Shiro“, das seine Kindheit erzählt und sich großer Beliebtheit erfreut.

Jetzt will Kamura nur noch sein Leben genießen, nachdem er bereits einen Herzinfarkt erlitten hatte. „Ich kann nicht mehr alleine leben. Es ist unmöglich. Alle sind nett zu mir. Ich habe Unterstützung von anderen und spüre Lebensfreude“, erklärte er kürzlich in einem Interview.

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