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Geschlossene Schulen in Japan bringen Mütter in Schwierigkeiten

Wohin mit dem Kind?

Die meisten Schulen in Japan sind dem Antrag von Premierminister Shinzo Abe nachgekommen und haben seit Montag geschlossen. Die Ankündigung kam für viele überraschend und bringt Mütter in Schwierigkeiten.

Gerade berufstätige Mütter haben das Problem, dass nicht jeder Arbeitgeber Rücksicht auf die Situation nimmt und Urlaub genehmigt, dazu kommt, dass in Japan Kindermädchen und Babysitter eher selten sind, da von Müttern weitgehend erwartet wird, dass sie sich um die Erziehung kümmern.

Mütter reagierten geschockt über die Ankündigung, dass Schulen geschlossen bleiben

So ergeht es auch der alleinerziehenden Mutter Keiko Kobayashi, die ihren 7-jährigen Sohn am Montag mit ins Büro genommen hat. Auf ihrer Arbeit wurde es so geregelt, dass Mütter sich ein Büro teilen und so auf ihren Nachwuchs aufpassen können, während sie ihrer Arbeit nachgehen.

Mehr zum Thema:  Nicht alle japanische Schulen haben nun geschlossen

„Ich war schockiert über die Nachricht von der Schließung der Schule und dachte: Was soll ich tun?“, so Kobayashi, die als Senior Manager bei einem multinationalen Personaldienstleister arbeitet. „Es gab keine Erklärung dafür, wie das funktionieren wird.“

Kobayashi gab an, dass sie immer noch verschiedene Möglichkeiten auslotet, darunter, ihren Sohn für einen Teil des Tages in eine öffentliche Kindertagesstätte zu schicken oder öfter von zu Hause aus zu arbeiten.

„Aber wenn ich von zu Hause aus arbeite, schaut mein Sohn Fernsehen und es gibt viele unerwünschte Versuchungen, wenn ich ihn nicht beobachte. Die Schaffung eines Umfelds, in dem er sich auf das Lernen konzentrieren kann, ist eine Herausforderung.“

Premierminister Shinzo Abe forderte am vergangenen Donnerstag die landesweite Schließung der Schulen von Montag bis Ende des Monats. Er sagte, dass die kommenden Wochen entscheidend seien, ob Japan die Kontrolle über den Ausbruch des Coronavirus übernehmen kann.

Schulschließungen wenig effektiv

„Ehrlich gesagt bezweifle ich, dass die Schließungen effektiv sein können“, sagte Sachiko Aoki, die Kollegin, die sich das Büro mit Kobayashi teilt. Sie sagte, sie zögere, ihr Kind in eine Kindertagesstätte zu schicken, weil es wahrscheinlich voller Kinder sei, die das Virus haben könnten.

Kritiker bemerken auch, dass Kinder anscheinend weitaus seltener positiv auf das Virus getestet werden und merkten an, dass sich die Regierung stattdessen auf ältere und gebrechliche Menschen konzentrieren sollte, bei denen es die meisten Todesfälle gibt.

TJT

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