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Gesichtserkennung an Japans Bahnhöfen stößt auf Kritik

Der Einsatz von Gesichtserkennung an Bahnhöfen von East Japan Railway (JR East), hat für einiges Aufsehen in Japan gesorgt. Zwar ist es das Ziel, die öffentliche Sicherheit zu erhöhen und die Polizei bei Ermittlungen zu helfen, aber darunter leidet die Privatsphäre.

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JR East nahm das System im Juli kurz vor den Olympischen Spielen in Tokyo in mehreren Bahnhöfen in Betrieb und kündigte an, auch Taschenkontrollen einzuführen.

JR East verrät nicht viel über die Gesichtserkennung

Zwar sagte JR East nicht, dass die Gesichtserkennung auch Menschen identifizieren soll, die von der Polizei gesucht werden oder beobachtet werden, allerdings hat sich das Unternehmen Informationen zu Personen, die aus einer Haftanstalt entlassen, wurden eingeholt.

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Zwar wurde der Plan, Menschen aus Haftanstalten zu erkennen, gestoppt, aber der Rest des Systems ist mittlerweile in einigen Bahnhöfen in Betrieb, wo genau und wie viele Kameras dafür installiert wurden, ist allerdings nicht bekannt.

Die Frage der Sicherheit in Japans öffentlichen Verkehrsmitteln ist insbesondere seit einem Amoklauf vor einigen Wochen in einem Zug in Tokyo aufgekeimt. Doch trotz der Sicherheitskameras konnte der Angriff nicht verhindert werden.

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Die Erwartungen an die Technologie sind groß. Am 21. September teilte JR East mit, dass die Zahl der Personen, die von den ursprünglichen Maßnahmen zur Verbrechensverhütung mithilfe von Gesichtserkennung betroffen sind, eingegrenzt werden soll. Aber das Unternehmen sagte auch: „Es ist möglich, dass wir dies als Reaktion auf Veränderungen in der Gesellschaft noch einmal überprüfen werden.“

Kein Hinweis zu der Erfassung der Daten

Das Gesetz zum Schutz von personenbezogen Daten verlangt in Japan keine Zustimmung einer Person zur Erfassung von Daten, die sein Gesicht betreffen. Die japanische Regierung weist allerdings darauf hin, dass man der Ansicht ist, dass im Falle der Sicherheitskameras eine Benachrichtigung über den Verwendungszweck erfolgen müsse.

Ob dafür ein Hinweis am Eingang eines Bahnhofs ausreicht, ist fraglich. Nicht fraglich ist allerdings, dass die Geheimhaltung von JR East dagegen verstößt und es muss geklärt werden, wie solche Systeme überhaupt eingesetzt werden dürfen.

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