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HomeNachrichten aus JapanGesundheit & Wissenschaft13,6 Prozent der Corona-Patienten leiden in Japan unter Langzeitfolgen

Long Covid weiter verbreitet als vermutet

13,6 Prozent der Corona-Patienten leiden in Japan unter Langzeitfolgen

Laut einer Studie der japanischen Gesellschaft für Atemwegserkrankungen (JRS) leiden 16,6 Prozent der Corona-Patienten unter Langzeitfolgen, dem sogenannten Long Covid.

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Die Studie des JRS wurde am 1. Juni auf der Sitzung des Expertengremiums, das die japanische Regierung in Fragen zur Pandemie berät, vorgestellt. Das Ergebnis ist höher als bei einer Studie einer Forschungsgruppe des Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Soziales, in der von 10 Prozent die Rede war.

Corona-Patienten leiden besonders oft unter Muskelschwund

Für die Studie wurden 1.000 Corona-Patienten ab einem Alter von 20 Jahren befragt. Sie wurden wegen Atembeschwerden und Lungenentzündungen in ein Krankenhaus eingeliefert und benötigten alle zwischen September 2020 und September 2021 ein Beatmungsgerät oder eine intensivmedizinische Behandlung. Die Teilnehmer wurden befragt und es wurden CT-Scans ihrer Lunge gemacht.

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Die Untersuchung ergab, dass 13,6 Prozent der Teilnehmer auch ein Jahr nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus unter Folgen der Infektion (Long Covid) leiden. Am häufigsten tritt Muskelschwund auf, gefolgt von Atembeschwerden und Müdigkeit.

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Die Ergebnisse der Lungen-CT-Scans zeigten 12 Monate nach der Entlassung aus dem Krankenhaus bei 6,3 Prozent der Teilnehmer Anomalien.

Interstitielle Lungenentzündungen traten bei Corona-Patienten häufiger auf als bei Patienten, die aufgrund anderer Erkrankungen eine Lungenentzündung entwickelten, heißt es in der Studie.

Akihito Yokoyama, Professor für Atemwegsmedizin an der Universität Kochi, der die JRS-Studie leitet, sagte zum Ergebnis: „Die Rate der Patienten, die unter Muskelschwund und Atembeschwerden leiden, stieg bei denjenigen, die kurz nach der Ansteckung mit dem Virus schwere Symptome entwickelten.“

Ebenfalls besagt die Studie, dass sich nur ein kleiner Teil der Corona-Patienten wegen anhaltender Langzeitfolgen behandeln lasse. Nur 17 Prozent werden weiterhin behandelt.

„Im Fall von Corona hat nur ein Bruchteil der Patienten Zugang zur Rehabilitation, obwohl sie eine erhebliche Muskelschwäche haben“, so Yokoyama.

Weitere Studie sieht mehr Long-Covid-Fälle

Laut einer anderen Studie, die von der Universität Keio angefertigt wurde, haben 36,1 Prozent der Corona-Patienten, die Sauerstoff bekommen haben, mit Langzeitfolgen zu kämpfen.

Die häufigste Folgeerscheinung war der Studie zufolge Müdigkeit (13 Prozent), gefolgt von Atembeschwerden (9 Prozent) sowie Muskelschwund und Konzentrationsschwäche (jeweils 8 Prozent).

Der Studie zufolge sind Patienten mittleren Alters die Altersgruppe, die am anfälligsten für Langzeitfolgen ist.

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