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HomeNachrichten aus JapanGesundheit & WissenschaftAufhebung des Ausnahmezustands in Japan ist zu unsicher

Situation immer noch sehr angespannt

Aufhebung des Ausnahmezustands in Japan ist zu unsicher

Der Ausnahmezustand, der über einige Präfekturen in Japan verhängt worden ist und aktuell immer noch gilt, soll am Ende September aufgehoben werden. Gesundheitsexperten sehen das allerdings als kritisch an.

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Zwar sinkt die Zahl der Neuinfektionen in Japan, aber in neun Präfekturen liegt die Auslastung der Krankenhäuser immer noch weit über 50 Prozent.

Bettenauslastung zu hoch für eine Aufhebung des Ausnahmezustands

„Die medizinischen Einrichtungen befinden sich in vielen Bereichen weiterhin in einer schwierigen Situation“, warnte Takaji Wakita, Vorsitzender des Beratungsgremiums des Gesundheitsministeriums für Maßnahmen gegen das Coronavirus.

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„Die Zahl der Neuinfektionen geht stetig zurück“, so Wakita, er wies aber auch darauf hin, dass die Bettenbelegungsrate in neun Präfekturen immer noch über 50 Prozent liegt.

Zu den Kriterien der japanischen Regierung für die Aufhebung des Ausnahmezustands gehört auch, dass die Bettenbelegung unter 50 Prozent liegen muss.

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Den dem Beratungsgremium vorgelegten Unterlagen zufolge lag die Zahl der Neuerkrankungen in Japan in der Woche bis zum 15. September bei 41,58 pro 100.000 Menschen und damit etwa halb so hoch wie in der vorangegangenen Woche.

In allen Präfekturen Japans sind die Infektionszahlen zurückgegangen, mit Ausnahme der Präfektur Ishikawa, wo sie um 2 Prozent gestiegen sind.

Nach Angaben des Kabinettssekretariats verzeichnete Hyogo am 15. September eine Auslastung von 62 Prozent, gefolgt von der Präfektur Saitama mit 60 Prozent.

Auch in den Präfekturen Chiba, Kanagawa, Aichi, Shiga, Kyoto, Osaka und Okinawa liegt die Auslastung über 50 Prozent. In Tokyo liegt die Belegungsrate der Krankenhäuser für Patienten mit schweren Symptomen bei 76 Prozent und damit auffallend hoch.

Infektionszahlen könnten bald wieder ansteigen

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Das Gremium äußerte auch die Befürchtung, dass die Zahl der Infektionen aufgrund der langen Ferien im September und der Wiedereröffnung der Schulen wieder ansteigen könnte. Das medizinische Versorgungssystem müsse besser vorbereitet werden, da man davon ausgehe, dass die Infektionen mit dem nahenden Winter weiter ansteigen werden.

Auch das Expertengremium der Stadtverwaltung von Tokyo äußerte sich ähnlich besorgt über Patienten mit schweren Symptomen.

„Wenn die Zahl der COVID-19-Patienten nicht drastisch zurückgeht, wird die medizinische Notfallversorgung weiterhin ernsthaft beeinträchtigt werden“, sagte ein Sprecher des Gremiums auf einer Sitzung am 16. September.

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