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HomeNachrichten aus JapanGesundheit & WissenschaftCorona-App soll in Japan abgeschaltet werden

Die Zahlen sinken und die Lockerungen machen die App überflüssig

Corona-App soll in Japan abgeschaltet werden

In Zeiten der Corona-Pandemie haben viele Länder versucht, mit Apps die Kontaktnachverfolgung zu organisieren. Die Regierung von Japan führte dazu die COCOA-App ein. Jetzt erklärte die Regierung, dass die Anwendung fürs Handy nicht länger benötigt wird.

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COCOA ist die Abkürzung für „COVID-19 Contact-Confirming Application“, die offizielle Bezeichnung für die Anwendung in Japan. Die Anwendung wurde von der Regierung konzipiert und wird bis heute von ihr verwaltet. Die digitale Kontaktverfolgungsanwendung wurde im Juni 2020 in Japan eingeführt. Auf einer offiziellen Pressekonferenz vor wenigen Tagen erklärte der Minister für digitale Angelegenheiten, dass COCOA nicht weitergeführt und schon bald eingestellt werden soll.

Corona-Regeln werden immer mehr aufgeweicht

Ähnlich wie hierzulande haben sich auch viele Japaner mit der Nutzung der COCOA-App schwergetan. Nach einem eher mäßigen Start wurde die App schlussendlich rund 40 Millionen Mal heruntergeladen. Die Anwendung fürs Smartphone verband sich mit den Handys im Umkreis und erstellte somit eine anonyme Liste von Personen, die sich länger als 15 Minute zusammen an einem Ort in unmittelbarer Nähe aufgehalten haben. Wurde ein Anwender positiv auf das Corona-Virus getestet, erhielten alle anderen Personen auf dieser Liste einen Hinweis, sich ebenfalls testen zu lassen.

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Der Minister für digitale Angelegenheiten erklärte bei der Pressekonferenz, dass es keine Notwendigkeit mehr gebe, die Menschen in Japan weiterhin so zu überwachen. In letzter Zeit seien die Zahlen der Infizierten gesunken, außerdem habe die App immer wieder nicht wie beabsichtigt funktioniert und das über die gesamte Laufzeit. So fiel auf, dass immer wieder Nutzer, die mit einer positiv getesteten Person in Kontakt standen, nicht ordnungsgemäß benachrichtigt wurden. Gleichzeitig soll die COCOA-App noch einer gründlichen Überprüfung unterzogen werden, für den Fall, dass sich in Zukunft die Notwendigkeit ergeben sollte, sie wieder aus der Schublade zu holen. Spätestens bei der nächsten Pandemie, die eine Kontaktverfolgung nötig mache, wolle man technischer besser vorbereitet sein.

Kontaktverfolgung nicht mehr nötig

Ein konkreter Zeitplan für die Abschaltung der Corona-App soll in Kürze vorgestellt werden. Bis dahin sollen die Menschen in Japan die App jedoch noch nicht löschen. Das Ministerium will zeitnah eine größere Umfrage durchführen, um den Anwendern die Gelegenheit zu einem kurzen Feedback zu geben.

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Im Internet wird die Schließung von COCOA als ein gutes Zeichen dafür gewertet, dass sich das Leben in Japan wieder normalisiert. Im ganzen Land werden die Anti-Corona-Maßnahmen kontinuierlich gelockert. Langsam öffnet sich das Land auch wieder für den Individualtourismus, was besonders im Ausland für Begeisterung sorgt.

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