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Probleme, Fake News und sonstige Schwierigkeiten

Darum impft Japan so langsam

Japan impft sehr langsam, bisher sind nur knapp 3 Prozent der Bevölkerung mit einem Corona-Impfstoff geimpft worden. Doch wieso ist das eigentlich so?

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Zuerst litt die Impfkampagne unter zu wenig Impfstoff, doch nun gibt es genug und es wird auch immer mehr geliefert. Doch jetzt gibt es Probleme mit der Terminvergabe, es fehlt medizinisches Personal und es ist nur ein Impfstoff im Land zugelassen.

Die Impfkampagne hat viele Probleme

Die japanische Regierung wird allerdings nicht müde immer wieder zu versprechen, dass bis Ende Juni alle 36 Millionen Menschen über 65 Jahren geimpft sein sollen und angesichts der bevorstehenden Olympischen Spiele, dass bis dahin der größte Teil der Bevölkerung Japans geimpft sein wird. Etwa 15 Prozent der Gemeinden sagen jedoch, dass sie noch mehr Zeit brauchen.

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Gesundheitsexperten und einige Beamte sagen, dass es bis zum nächsten Frühjahr dauern könnte, bis der Rest der Bevölkerung geimpft ist. Im Februar hat das Land damit begonnen, medizinisches Personal zu impfen. Trotzdem ist gerade mal 1 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft worden.

Warum impft man so langsam?

Weniger als ein Drittel der 4,8 Millionen Menschen, die in medizinischen Einrichtungen arbeiten, haben bisher die Impfung erhalten. Dazu kommen Probleme mit der Terminvergabe. Das System fiel vor Kurzem in großen Teilen Japans komplett aus. Die Stadt Ibaraki musste nach dem Tumult Schalter für die Buchungen schließen und die Hotlines kommen mit dem Ansturm nicht nach.

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Es gibt mehrere Gründe, wieso Japan so langsam impft. Zuerst lag es daran, dass Japan zusätzliche Tests von Pfizer/Biontech verlangte. Diese Tests nahmen 2 Monate in Anspruch, was immer noch schneller als eine übliche Zulassung war, die normalerweise ein Jahr dauert, aber damit wurde die Impfkampagne gegen Corona als erstes ausgebremst.

Ein weiterer Grund ist die Tatsache, dass bisher nur der Impfstoff von Pfizer/Biontech in Japan zugelassen ist. Moderna soll noch im Mai folgen und AstraZenecas Zulassung steht noch in den Sternen. Der Dritte und wahrscheinlich wichtigste Grund ist das Misstrauen der Japaner gegenüber Impfstoffen. Der Grund dafür ist einfach, es gab mehrere Kampagnen, die Nebenwirkungen oft hochspielten, gepaart mit einer Menge Desinformation.

Kein eigener Impfstoff

In den 1990er-Jahren schaffte die japanische Regierung die Pflichtimpfungen ab, nachdem ein Gerichtsurteil sie für Nebenwirkungen verschiedener Impfstoffe verantwortlich gemacht hatte. In jüngster Zeit hat Japan die Empfehlung für den Impfstoff gegen humane Papillomviren (HPV) nach Medienberichten über angebliche Nebenwirkungen gestoppt, was trotz der weitverbreiteten Verwendung im Ausland zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs erneut Bedenken hervorrief.

Das nächste Problem ist der Impfstoff, zwar wird er importiert, aber japanische Firmen sind weit davon entfernt, einen eigenen Impfstoff auf den Markt zu bringen. Zwar haben bereits ein paar medizinische Studien begonnen, doch die Unternehmen selbst gehen davon aus, dass das erste eigene Produkt erst Ende dieses Jahres zugelassen werden kann. Experten sagen, dass die Entwicklung von Impfstoffen in Japan aufgrund der Risiken, des zeitaufwendigen Prozesses und der fehlenden staatlichen Finanzierung nicht profitabel genug ist.

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