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Untersuchung soll nachfolgenden Generationen Gewissheit geben

DNA-Untersuchung von Atombombenopfern soll Auswirkungen auf spätere Generationen erforschen

75 Jahre nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki leiden die Menschen immer noch an den Folgen. Ein großes Forschungsprojekt soll nun untersuchen, wie sich die Verstrahlung der Atombombenopfer auf die Gesundheit ihrer Kinder auswirkt.

Die außergewöhnliche Studie wurde von der japanisch-amerikanischen Radiation Effects Research Foundation (RERF) angekündigt. Rund 900 Familien mit Atombombenopfern, genannt Hibakusha, werden an dem Projekt teilnehmen und ihre DNA untersuchen lassen. Bei 40 Familien haben beide Eltern die Bombe überlebt und bei 460 nur ein Elternteil. Die restlichen 400 Familien weisen mindestens einen Elternteil auf, das einer Strahlung von etwa zehn Milligramm ausgesetzt war.

Kinder von Atombombenopfern melden Gesundheitsprobleme

Es soll dabei geklärt werden, ob die Strahlung von 1945 noch Auswirkungen auf nachfolgende Generationen hat. Die DNA aus Blutproben nach 1985 wird mit Erlaubnis lebender Personen decodiert und untersucht. Es wird sich dabei vor allem auf gesundheitliche Auswirkungen fokussiert, die mit gefundenen Mutationen zusammenhängen können. Darauf basierend wollen die Forscher dann die Folgen für die nachfolgenden Generationen voraussagen.

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Es wird dabei gehofft etwas über die Auswirkungen der Strahlung auf Personen und ihre Nachkommen zu erfahren, die bei einer nuklearen Katastrophe anwesend waren oder Strahlung ausgesetzt sind. Bisher wurde bei anderen Forschungen kein genetischer Zusammenhang zwischen den Opfern und dem Krebsrisiko, genetischen Fehlern oder chronischen Krankheiten ihrer Kinder festgestellt.

Zurzeit gibt es in Japan geschätzt zwischen 300.000 bis 500.000 Hibakusha der zweiten Generation. Einige von ihnen behaupten, dass ihre Erkrankungen auf die Strahlung ihrer Verwandten zurückzuführen sind. Letztes Jahr reichte eine Gruppe an Nachfahren eine Klage bei der Zentralregierung ein, weil sie nicht gesundheitliche Unterstützung erhalten, was verfassungswidrig sei.

Studie könnte Vorurteile abbauen, aber auch welche schaffen

Eine 73 Jahre alte Frau, die zu den Klägern gehört, gab an, dass sie eine schlechte Gesundheit hat, wie viele der Kinder, und dass Freunde von ihr sehr jung gestorben sind. Sie erwartet deswegen, dass Auswirkungen entdeckt werden. Sollte sich jedoch genau das Gegenteil herausstellen, wäre sie sehr ratlos.

Die Forscher des Projekts selbst gehen nicht davon aus schwerwiegende Genmutationen bei den Untersuchten zu finden. Aus diesem Grund ist das eigentliche Ziel der Studie Vorurteile abzubauen. Wie RERF-Vorsitzender Ohtsura Niwa erklärte, kann die Untersuchung der Öffentlichkeit helfen die Risiken richtig zu verstehen. Dadurch können Diskriminierungen gegenüber Atombombenopfern und ihren Kindern reduziert werden.

Sollten sie jedoch eine Verbindung finden, könnten die Forscher vor einer ganz neuen Herausforderung stehen. Es wird nicht einfach sein so ein Ergebnis der zweiten Generation und vor allem der Gesellschaft zu erklären. Unter anderem wird befürchtet, dass die Diskriminierung gegenüber den Kindern zunimmt.

Stiftung untersucht seit Jahren die Auswirkungen

Arikuni Uchimura, Chef des Gentiklabors der Stiftung, erklärte, dass viele Opfer radioaktiver Strahlung sich Sorgen um ihre Kinder machen. Mit der Untersuchung können sie nun jedoch ihnen auch Informationen zu ihren Sorgen zu den Risiken zu Verfügung zu stellen, mit denen sie ihre Entscheidungen treffen können.

Uchimura gab weiter an, dass sie als Forscher die Erwartungen der Atombombenopfer erfüllen wollen, die ihre Blutproben ihnen in der Hoffnung gegeben haben, dass sie hilfreich sind. 1947 wurde die RERF von den USA in Hiroshima gegründet, wo sie als Atombomben-Unfallkommission die Auswirkungen der Bombe untersuchen sollte. Seitdem sammeln sie Blut und Urinproben von Opfern, um sie zu untersuchen.

Mit der Ankündigung der Untersuchung ist allerdings zusätzlich die Frage aufgekommen, wie mit genetischem Material umgegangen werden soll, was so lange schon gesammelt wird. Es wurde schon oft darüber diskutiert, wie Proben sicher verwaltet werden, da es sich wohl um die persönlichste Information eines Menschen handelt, die es nur gibt. Die RERF äußert sich zu den Bedenken bei der aktuellen Studie jedoch noch nicht.

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