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Warnung erreicht die richtigen Stellen nicht

Erstickungstod von Kleinkindern in Japan zeigt, dass Warnungen ignoriert werden

Die japanische Regierung hatte eine Liste von Lebensmitteln veröffentlicht, die zum Erstickungstod bei Kleinkindern führen könnten, doch die Realität zeigt, dass die Warnungen ignoriert werden oder nicht bei den richtigen Stellen ankommen.

Erst vor Kurzem erstickte wieder ein Kind, dieses Mal an einer Weintraube, ein Obst, vor dem die Regierung in ihrer Liste warnt.

Erstickungstod durch eine Weintraube

Nach Angaben der Polizeidienststelle Takao des Metropolitan Police Department und des privaten Kindergartens im Vorort Hachioji in Tokyo aß ein vierjähriger Junge am 7. September eine große Traube, die zum Mittagessen serviert wurde, und fing plötzlich an, nach Luft zu schnappen.

Die Kinderbetreuer versuchten erfolglos, den Jungen dazu zu bringen, die Traube auszuspucken, indem sie ihm auf den Rücken schlugen. Der Tod des Kleinkindes wurde bestätigt, nachdem er bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert wurde.

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Der Junge war an der geschälten Traube erstickt. Der Kindergarten servierte Kindern im Alter von 1 und 2 Jahren geschnittene Trauben, stellte aber den Kindern ab 3 Jahren ganze Trauben zum Essen hin.

In der Vergangenheit wurde immer häufiger über ähnliche Fälle berichtet. Darunter auch von einem kleinen Jungen, der im Februar starb, als er während des „Setsubun“-Bohnenwerf-Festivals in einem zertifizierten Kinderzentrum in der Stadt Matsue in der Präfektur Shimane eine Bohne gegessen hatte.

Liste mit Lebensmitteln landet nicht bei den richtigen Stellen

Sowohl Trauben als auch Bohnen sind auf der von der japanischen Regierung erstellten Liste von Lebensmitteln die zum Erstickungstod führen könnten, aufgeführt.

Eine Richtlinie zur Prävention und Reaktion auf Unfälle, die sich in Schulen und anderen Kinderbetreuungseinrichtungen ereignen, die 2016 vom Cabinet Office formuliert wurde, führt auf der Grundlage früherer Vorfälle Lebensmittel wie Weintrauben, Kirschtomaten und Kirschen.

Die Regierung bittet auch darum, dass solche Lebensmittel in Schulen und Kindergärten nicht serviert werden.

Zwar wurde eine Mitteilung an die Einrichtungen verschickt, das heißt allerdings nicht, dass die Mitteilung auch da angekommen ist, wo es wichtig ist. Viele Kindergärten und Schulen haben für das Essen externe Lieferanten beauftragt, die von dieser Liste keine Kenntnisse haben.

Japans Regierung muss mehr tun

Tatsuhiro Yamanaka, Kinderarzt und Vorsitzender von Safe Kids Japan, einer gemeinnützigen Organisation, die sich dafür einsetzt, dass Kinder nicht in Unfälle verwickelt werden, erklärte: „Erstickungstode, die durch Trauben verursacht werden, gab es in der Vergangenheit zahlreiche Male und der jüngste Fall ist nur die Spitze des Eisbergs. Verwaltungsorgane gehen natürlich davon aus, dass die Einrichtungen die Richtlinien gelesen haben, aber das zeigt nur, dass die Informationen nicht an die Arbeiter vor Ort weitergegeben wurden.“

Als Präventionsmaßnahme hat Safe Kids Japan Aufkleber eingeführt, die die Menschen darauf hinweisen, Kirschtomaten und Trauben vor dem Servieren zu vierteln. Der Aufkleber zeigt, wie jedes Lebensmittel geviertelt wird, mit der Aufschrift: „Bis zum Alter von 4 Jahren in vier Stücke schneiden.“

Allerdings muss die japanische Regierung und die Präfekturverwaltungen tätig werden, denn eine Liste mit Lebensmitteln ist natürlich ein Anfang, aber sie muss auch die richtigen Stellen erreichen.

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