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HomeNachrichten aus JapanGesundheit & WissenschaftFerngesteuerte Cyborg-Kakerlaken sollen in Japan helfen, Menschenleben zu retten

Im Katastrophenfall sollen die Tiere nach verunglückten Menschen suchen können

Ferngesteuerte Cyborg-Kakerlaken sollen in Japan helfen, Menschenleben zu retten

Ein japanisches Forschungsinstitut hat vor wenigen Tagen sogenannte ferngesteuerte Cyborg-Insekten vorgestellt, die in Katastrophengebieten Menschen retten sollen. In diese neue Technologie setzen die Forscher große Hoffnungen.

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Das Konzept hinter den Cyborg-Insekten sieht vor, eine Art Roboter-Einheit auf dem Rücken einer Madagaskar-Kakerlake zu befestigen. Sobald die elektronischen Teile mit der Schabe verbunden sind, kann diese über elektrische Impulse gesteuert werden. Ein Sinnesorgan im Bauch des Tieres wird stimuliert und steuert so die Bewegungen. Aktuell ist es möglich, per Knopfdruck aus der Ferne, die Richtung, in die sich die Kakerlake bewegt, zu ändern.

Kleine Tiere mit großen Fähigkeiten

Das mit Solarenergie betriebene Steuermodul kann innerhalb von 30 Minuten vollständig aufgeladen werden. Bisher reicht die Energie allerdings nur für zwei Minuten Einsatzzeit. Aktuell arbeiten die Forscher daran, das Steuermodul auf dem Rücken der Schaben mit kleinen Kameras und Sensoren auszustatten. Anschließend sollen die Schaben in schwer zugänglichen oder gefährlichen Regionen im Katastrophenfall zum Einsatz kommen.

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Die japanischen Wissenschaftler entschieden sich für die Madagaskar-Kakerlake, weil sie relativ groß werden kann und außerdem auch in rauen Umgebungen zurechtkommt. Zudem sind die Tiere mittels elektrischer Impulse besonders gut lenkbar. Madagaskar-Schaben können bis zu sechs Zentimeter groß werden, deswegen bietet ihr breiter Rücken einigen Platz, um dort winzige Solarpaneele anzubringen. Zusätzlich haben die Schaben eine lange Lebensdauer. Da sie über nur eher keine Flügel verfügen, besteht überdies nicht die Gefahr, dass sie sich schnell außerhalb des Kontrollbereichs bewegen.

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Cyborgs sind immer noch besser als Roboter

In Japan gingen die ersten Bilder einer Cyborg-Kakerlake durch die sozialen Netzwerke, wo sie einiges an Gesprächsstoff lieferten. Viele sehen die Vorteile, die diese Art der Technologie bringt, auch wenn sie moralische Aspekte nicht von der Hand weisen können. Einige finden die aktuellen Entwicklungen eher beängstigend. Die Möglichkeiten, dass die Tiere zur Rettung von Menschenleben verwendet werden, wird sehr differenziert diskutiert. Viele Japaner sprachen sich dafür aus, eher Rotober-Insekten zu entwickeln, anstatt echte Tiere zu verwenden.

Der Leiter der Forschungsgruppe beim Institut Riken erklärte, dass die Cyborg-Insekten wesentlich weniger Energie benötigen, um sich zu bewegen. Mechanische Gelenke bei den meisten Mini-Robotern sind überdies noch nicht in der Lage, die geschmeidigen Bewegungen echter Tiere zu imitieren. Außerdem ist die Ausfall-Wahrscheinlichkeit bei echten Insekten wesentlich geringer, da nur wenige Impulse nötig sind, um sie zu steuern.

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