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Tiefe Gewässer besonders betroffen

Forscher finden vor Japans Küste riesige Mengen an Plastik

Japan ist sich seit langem bewusst, dass sie ein großes Plastikproblem haben, das sich bereits auf die Umwelt auswirkt. Forscher machten nun im Meer eine sehr besorgniserregende Entdeckung, die nach dringenden Maßnahmen ruft.

Japanischen Wissenschaftler der Japan Agency for Marine-Earth Science and Technology (JAMSTEC) führten zwischen August 2019 und September 2019 eine Studie zur Meeresverschmutzung durch Plastikmüll durch.

Plastikprodukte aus den 80ern gefunden

Sie erforschten dabei unter anderem den Meeresboden an der Küste der Boso-Halbinsel östlich von Tokyo. An fünf Stellen in unterschiedlichen Tiefen sowie Entfernungen untersuchten sie mit einem Tiefsee-Tauchboot und anderen Geräten den Boden. Die Forscher entdeckten dabei riesige Mengen an Plastik am Meeresgrund, das sich abgelagert hat.

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Besonders schockierend war dabei das mutmaßliche Alter des Mülls. Unter anderem wurde eine Burgerverpackung in einer Tiefe von 5.700 Metern und einer Entfernungen 520 Kilometern gefunden, die das Datum 1984 trug. Auch eine alte Zahnpastatube wurde an der gleichen Stelle gefunden.

Eine große Anzahl an Plastikprodukten, darunter zahlreiche Einwegtüten, wurden etwa 480 Kilometer vor der Insel entdeckt. Insgesamt fanden die Forscher um die 7.000 Gegenstände pro Quadratkilometer. In den flachen Gewässern, etwa 20 Kilometer von Sagami Bay, gab es in einer Tiefe von 1.400 Metern etwa 1.950 Objekte pro Quadratmeter. Das zeigt, dass sich in tieferen Gewässern deutlich mehr Müll ansammelt als in flachen.

Müll in der Tiefsee ist ein schwerwiegendes Problem

JAMSTEC-Wissenschaftler Ryota Nakajima war bisher davon ausgegangen, dass es genau andersherum ist. Die Forscher sind deswegen sehr überrascht, dass sie die größte Menge an Müll 500 Kilometer von der Küste entfernt fanden. Nakajima erklärt sich die Ergebnisse damit, dass das Plastik im Wasser Algen ansammelt. Es wird dadurch schwerer und fängt an zu sinken. Das macht die Angelegenheit aber zu einem großen Problem. In der Tiefe ist es fast unmöglich, den Müll zu beseitigen.

Nakjima drängt deswegen zu schnellen Maßnahmen, um die Meeresverschmutzung einzudämmen, bevor es zu spät ist. Wenn sich der Müll zersetzt, wird es nämlich als Mikroplastik zu einem noch größeren Problem, das bereits in Japan angekommen ist.

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