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HomeNachrichten aus JapanGesundheit & WissenschaftFünfte Welle bringt die Gesundheitsversorgung in Nagoya zum Kollabieren

Situation immer noch sehr angespannt

Fünfte Welle bringt die Gesundheitsversorgung in Nagoya zum Kollabieren

Die Gesundheitsversorgung in der japanischen Stadt Nagoya ist durch die fünfte Welle derartig überlastet, dass die Krankenhäuser keine Corona-Patienten mehr aufnehmen können.

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Mittlerweile befinden sich mehr als 6.000 Infizierte in Stadt zu Hause in Quarantäne, sollte sich ihr Gesundheitszustand verschlechtern, ist die Aussicht, mit Sauerstoff versorgt zu werden, mittlerweile bei null.

Gesundheitszentren kommen mit der Versorgung nicht mehr hinterher

Diese Menschen, die sich zu Hause in Quarantäne befinden, sollen eigentlich von Gesundheitszentren der Stadt Nagoya überwacht werden, allerdings kommen sie angesichts des Anstiegs der Infektionen mit der Arbeit kaum noch hinterher.

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Eine der Hauptaufgaben der Zentren besteht darin, mit den infizierten Menschen am Telefon zu sprechen, um ihren Zustand festzustellen und zu fragen, ob sie Fieber entwickelt haben oder richtig essen.

Der Anstieg der Infektionen hat allerdings dazu geführt, dass immer mehr Menschen nicht betreut werden können. Ein Beispiel ist das Gesundheitszentrum im Bezirk Naka in Nagoya.

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Die meisten dort arbeitenden Menschen sind auch weit nach 22 Uhr dabei, die Aktenberge abzuarbeiten.

Neben jeder der zehn Krankenschwestern, die mit den Patienten Kontakt aufnehmen, stapeln sich zahlreiche Akten mit den Daten von Menschen, die sich neu infiziert haben, die sie noch anrufen müssen.

Das Team ruft die Infizierten an, wobei ältere Menschen und solche mit Grunderkrankungen Vorrang haben und besucht sie manchmal, wenn sie telefonisch nicht erreicht werden können.

Gesundheitsversorgung kaum noch möglich

Unter den Menschen, die zu Hause unter Quarantäne stehen, haben einige Symptome einer Lungenentzündung entwickelt und benötigen Sauerstoff.

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Eigentlich müssten diese Menschen sofort in ein Krankenhaus, allerdings hat keine der Einrichtungen Kapazitäten für neue Corona-Patienten mehr frei. Die japanische Regierung wollte das Gesundheitssystem mit der Entscheidung entlasten, dass nur noch Menschen mit schweren Symptomen in einem Krankenhaus behandelt werden sollen. Diese Maßnahme hat allerdings keinen Effekt.

Zu den weiteren Aufgaben des Zentrums gehört auch die Kontaktverfolgung, um das Risiko von Cluster-Infektionen zu minimieren, auch hier ist aber alles in Stocken geraten.

Laut Keiko Okada, Leiterin der für die COVID-19-Bekämpfung zuständigen Abteilung des Zentrums, geriet das Gesundheitszentrum Mitte Juli zunehmend unter Druck, als die Zahl der täglichen Neuinfektionen in der Präfektur Aichi 700 erreichte.

„Wir hatten etwa 50 Mitarbeiter, die auf COVID-19-Infektionen reagierten, aber wir sind mit der Menge der Arbeit überfordert“, so Okada. „Wir sind am Rande des Zusammenbruchs und konnten oft erst in den frühen Morgenstunden nach Hause gehen.“

Mittlerweile sinkt die Zahl der Neuinfektionen langsam, allerdings wird es noch dauern, bis sich die Situation entspannt.

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