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Kaum noch Ressourcen frei

Gesundheitssystem in Japan bricht zusammen

Seit geraumer Zeit wird davor gewarnt, dass das Gesundheitssystem in Japan zusammenbrechen könnte, wenn die Infektionszahlen im Land nicht zurückgehen.

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Trotz der Warnungen von Gesundheitsexperten scheint die Wirtschaft allerdings weiterhin wichtiger zu sein, wie der „Ausnahmezustand Light“ zeigt.

Gesundheitssystem bricht unter Coronavirus-Patienten zusammen

Da sich Coronavirus-Infektionen immer schneller ausbreiten und immer mehr Menschen behandelt werden müssen, steht das Gesundheitssystem in Japan nun kurz vor einem Kollaps.

In vielen Regionen, allen voran Tokyo, haben die Krankenhäuser bereits Probleme die Behandlung für Menschen ohne Covid-19 aufrechtzuerhalten, auch Betten für Coronavirus-Patienten sind kaum noch verfügbar. Das Personal im Gesundheitssystem arbeitet bereits am Limit.

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Zwar wurde der Ausnahmezustand für Tokyo und drei weitere Präfekturen ausgerufen, allerdings ist er nicht zu vergleichen mit dem Lockdown in Deutschland, denn erst um 20 Uhr wird alles heruntergefahren, aber davor läuft alles wie gehabt.

Shigeru Omi, Leiter des Regierungsunterausschusses für die Pandemie, sagte Anfang der Woche, dass dies nicht ausreichen wird, um den aktuellen Anstieg unter Kontrolle zu bekommen.

Andere Gesundheitsexperten fordern, dass der Ausnahmezustand auf das ganze Land ausgeweitet werden muss, etwas, das für den japanischen Premierminister allerdings nicht in Frage kommt, da sein Fokus ganz klar auf der Wirtschaft liegt, die er so wenig wie möglich beeinträchtigen will und selbst das könnte durch die „Light-Version“ des Ausnahmezustands nicht funktionieren.

Das Ergebnis ist, dass die Zahl der Menschen, die in ein Krankenhaus behandelt werden müssen, steigt, genauso wie die Zahl der Menschen, die die Infektion mit dem Coronavirus nicht überleben.

Zudem fehlt es an einer klaren Botschaft, Suga verlässt sich darauf, dass der Ausnahmezustand reicht, um die Menschen dazu zu bringen sich einzuschränken, aber wie glaubwürdig ist ein Premierminister, der die Menschen bittet sich zurückzuhalten und danach auf eine Dinner-Party geht?

Es fehlt an allen Ecken

Bis Mittwoch waren 77 Prozent der 4.000 verfügbaren Krankenhausbetten für Coronavirus-Fälle in der Hauptstadt belegt, die Belegungsrate in der benachbarten Präfektur Kanagawa betrug 84 Prozent. In der Präfektur Chiba, die an Tokyo grenzt, waren es rund 70 Prozent und in Saitama, nördlich der Hauptstadt, 65 Prozent.

Obwohl von der Regierung erwartet wird, dass sie medizinische Einrichtungen, die mehr Betten für COVID-19-Patienten bereitstellen, finanziell unterstützt, bedeutet der Mangel an Ärzten und Krankenschwestern, dass es unwahrscheinlich ist, dass viele Krankenhäuser dem Ruf folgen werden.

Krankenhäuser haben ihre Coronavirus-Stationen aufgestockt, darunter auch das Osaka City General Hospital, das im vergangenen Frühjahr vier Flügel schloss und Ärzte und Krankenschwestern zur Unterstützung der medizinischen Versorgung von COVID-19-Patienten abstellte.

Die Zahl der Fälle nimmt jedoch weiter zu und die Präfektur ist nicht in der Lage, die notwendigen Betten bereitzustellen. „Wir haben nicht mehr Personal zur Verfügung und kommen kaum noch zurecht. Es wird sogar immer schwieriger, Menschen aufzunehmen, die aus anderen Gründen eine Notfallversorgung benötigen“, sagte Michinori Shirano, der Chefarzt des Osaka City General Hospital.

Der Kampf wurde in einer kürzlich durchgeführten Umfrage von Kyodo News deutlich: Fast die Hälfte der befragten Krankenhäuser gab an, Operationen zu verschieben oder die Zahl der Notfallpatienten, die nicht mit dem Coronavirus in Verbindung stehen, zu begrenzen.

Daisuke Kurai, außerordentlicher Professor für Infektionskrankheiten am Kyorin University Hospital in Tokyo, sagte, dass es immer schwieriger werde, Patienten und Personal vor dem Virus zu schützen und gleichzeitig Beratungen durchzuführen.

„Das medizinische Versorgungssystem ist bereits in einem Zustand des Zusammenbruchs“, so Karai.

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