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HomeNachrichten aus JapanGesundheit & WissenschaftGesundheitssystem in mehreren japanischen Präfekturen unter großem Druck

Belastung nimmt zu

Gesundheitssystem in mehreren japanischen Präfekturen unter großem Druck

Immer mehr Präfekturen in Japan melden eine Rekordzahl an täglichen Neuinfektionen, was das Gesundheitssystem immer stärker belastet. Die Behörden der japanischen Präfektur Okinawa erklärten, dass sie im Kampf gegen Corona in eine Notfallphase eingetreten sind. Bereits vor einigen Tagen wurde der Notstand für die medizinische Versorgung ausgerufen, da die Belastung der Krankenhäuser und sonstigen medizinischen Stellen immer weiter zunimmt.

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Die Erklärung ist eine Reaktion auf die anhaltende, schnelle Ausbreitung des Coronavirus in der Inselpräfektur. Am 26. Juli wurde mit 5.622 Neuinfektionen ein neuer Tagesrekord gemeldet.

Okinawas Gesundheitssystem steht unter großem Druck

Seit dem 20. Juli werden jeden Tag mindestens 500 Menschen in Okinawa ins Krankenhaus eingeliefert. Dieser Ansturm belastet das ohnehin schon angeschlagene Gesundheitssystem der Präfektur immer stärker.

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Als Reaktion auf die katastrophale Lage hoben die Behörden am 24. Juli ihre eigene Versorgungsstufe auf die Notfallstufe an.

Siebenundzwanzig Gesundheitseinrichtungen in der Präfektur haben sich mittlerweile dafür entschieden, die allgemeine medizinische Versorgung einzuschränken und weniger dringende Operationen zu verschieben.

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Die Belegungsrate der Krankenhausbetten lag am 25. Juli in Okinawa bei 85,3 Prozent, die Belegungsrate der Krankenhausbetten für Schwerstkranke bei 40,3 Prozent.

Neben dem Ansturm an neuen Patienten wird auch der krankheitsbedingte Ausfall des medizinischen Personals zu einem schwerwiegenden Problem. Mittlerweile fehlen 1.187 Beschäftigte.

Viele Präfekturen melden Probleme

Neben Okinawa haben auch mehrere Präfekturen in der Region Kyushu große Schwierigkeiten mit der medizinischen Versorgung.

Die Behörden der Präfektur Kagoshima bestätigten eine Rekordzahl von 3.149 Neuinfektionen und damit zum ersten Mal mehr als 3.000 an einem Tag. Sowohl in der Präfektur Oita als auch in der Präfektur Nagasaki überstieg die Zahl der Neuinfektionen zum ersten Mal die 2.000er-Marke.

Das Kinderkrankenhaus in Oita hat am 26. Juli damit begonnen, seine allgemeinen ambulanten Dienste an Wochentagen von 8 bis 17 Uhr auszusetzen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Das Krankenhaus teilte mit, dass es zunehmend Kinder mit COVID-19 behandelt.

Osaka steht kurz vor dem Notstand

Auch in Osaka ist die Lage angespannt, sodass die Präfektur kurz vor dem Ausnahmezustand steht. Am 26. Juli wurden mit 25.762 Neuinfektionen ein Rekord gemeldet.

Die Auslastung der Krankenhausbetten für Corona-Patienten lag am 26. Juli bei 49,6 Prozent und damit nahe an der 50-Prozent-Grenze, die die Präfekturregierung für die Ausrufung des Notstands nach dem sogenannten „Osaka-Modell“ zugrunde legt.

In Tokyo wurden am 26. Juli zwar keine Rekordzahlen gemeldet, aber die Zahl ist mit 31.593 Neuinfektionen dennoch sehr hoch.

Viele andere Präfekturen, darunter Aichi, Gifu, Akita, Kagawa und Tottori, verzeichneten am 26. Juli ebenfalls neue Rekordzahlen.

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